Kuchlbauer Helles Bier (4,9 %) seit 1300 (!) aus Abensberg in Bayern:
Auf’s Weizen verstehen die Abensberger sich ja sehr gut. Bin gespannt, wie es mit dem Hellen steht.
Natürlicher, kräftiger Malzgeruch. Sehr stark und lang anhaltend. Der Schaum ist fein, könnte aber mehr Stand gebrauchen. Klares kräftiges Gelb. Winzig kleine Ketten aus Bläschen schrauben sich empor. Schönes Bild.
Die Basis verhält sich vorbildlich. Weiches Wasser, cremige Kohlensäure, süffiger Charakter. Das Aroma ist malzig mit einem Hauch Säuerlichem, könnte Apfel sein. Wirklich sehr süffig und cremig dieses Bier. Allerdings läßt der Abgang ein bißchen Eindruck vermissen. Hier läuft der Geschmack doch etwas unspektakulär aus. Zwar bewegt sich das Aroma auf gutem, gleichbleibendem, erst im Nachgeschmack etwas nachlassendem Niveau, jedoch vermißt man das wirklich aufregende und spannende. Ein wenig brav und bieder geht es hier zu Werke. Zwar schmeckt dieses Helle ohne wenn und aber gut. Aber für meinen Geschmack wird hier zu viel auf Sicherheit gespielt und das Risiko etwas vernachlässigt. Ein wenig mehr Esprit, und diesem Bier wäre ein obere Tabellenplatz nicht zu nehmen. So bleibt aber ein Helles, das zwar in allen Disziplinen punktet, die Pflicht routiniert beherrscht, es in der Kür aber ein wenig Individualismus und Mut missen läßt. Und das bei dieser Basis. Schade. So süffig und rund dieses Bier auch ist. Mehr Schwung und Dynamik, ein Plus an Durchsetzungsvermögen und weniger Hemmung, das wünscht man sich. Das beschäftigt den Trinker regelrecht. Hätten die Jungs aus Abensberg noch eine Schippe mehr Forschheit und Ungestümes drauf gepackt, dieses Bier wäre der Knaller. So wirkt es eine Spur zu bieder und durchschnittlich. Trotz all diesem samtigen und weichen Gepräge.
Fazit: Ein Schippe zu wenig
Wertung: + + + + - (t 11/03)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen