Kurfürst Carl Theodor Weizenbier Hefe-Hell (5,0%) aus Frankenthal:
Das Frankenthaler Brauhaus aus dem Pfälzischen rühmt sich ein wahrlich fürstliches Weizen zu brauen. Ansonsten geizt das Etikett mit Infos. Gut. Mal sehen. Erst mal einschenken. Die Farbe milchig-hellgelb. Der Geruch mild-säuerlich. Der Geschmack künstlich. Das Aroma aus der Retorte. Säuerlich und trocken. Die Süffigkeit bleibt auf der Strecke, wird ihrer Kraft beraubt durch dieses halb klebrige, halb unausgegorene Ding, das in diesem Bier steckt. Man hat irgendwie Angst, jeden Moment steigt ein kleines grünes Monster aus der gelben Suppe und spuckt einem ins Gesicht. Ständig beobachtet man die Weizenoberfläche. Aber bisher hat sich noch keiner blicken lassen. So nippt man weiter an diesem Gerstensaft, der keine rechte Stimmung aufkommen lassen will. Die Beleuchtung ist zu grell, der Saal nur halbvoll, die Band verspielt sich pro Lied zweimal, die einzige anwesende attraktive Dame ist die Klofrau und dazu noch schales Bier im Glas. Man. Was für ein Abend. Spontan kommen mir Japaner ins geistige Blickfeld. Habe ja während meines Englandaufenthaltes genug von diesen Brüdern kennen gelernt. Die sind echt devot. Eine Freude einer jeder Domina. Die sagen zu allem ja und freuen sich über Demütigung. Die laufen eine schmale Treppe nach oben und kehren auf der vorletzten Stufe um, wenn ein anderer runter will. Die würden wahrscheinlich auch dieses Weizen loben. Doch ich bin kein Japaner. Ich bin in Europa Zuhause. Geboren in dem Teil, wo Bier mit Liebe und Hingabe gebraut wird. Und das kann man diesem nicht nachsagen. Ist das Logo von vorne noch, zumindest von weiten, nicht auffällig, macht die fehlende Rückenbeklebung stutzig. Papiersparer. Haben die nichts zu erwähnen? Die kümmerliche Info auf der Front tut ihr übriges. Dazu noch ein Aroma, das billig anmutet. Billig im Sinne von hastig gebraut. Nicht alles reingelegt. Zu defensiv gespielt und 1-0 verloren. Nicht genug Gas gegeben. Gehofft, der Wind trägt einen über die 100 Mtr. Marke. Gut. Lassen wir dieses unnötige Geschwafel. Es geht hier nicht um Adam Malysz sonder um Weizen. Dieses Bier aus Frankenthal (kreisfreie Stadt zwischen Ludwigshafen und Worms, rd. 45.000 Einwohner. Stadtrecht seid 1577) überzeugt nicht. Es ist ein Bier für Leute, die von Weizen nichts verstehen. Nichts für Genießer. Ein Bier, das enttäuscht. Das da der Fürst die Bremse nicht rein gehauen hat. - - - Was verliere ich eigentlich so viel Worte über dieses Bier...?
Fazit: Lieber Kurfürst Carl Theodor...
Wertung: + + (t 01-02)
Kurfürst Carl Theodor Weizenbier Hefe Hell (5,0 %) seit ? aus Frankenthal in Rheinland-Pfalz:
Scharf-fruchtiger, säuerlicher irgendwie an Dill bzw. Sellerie erinnernder Duft. Der Schaum ist OK. Bricht sicher keine Rekorde, enttäuscht aber auch nicht restlos. Die Farbe ist attraktiv kupfern.
Zimt-karamell. Vor allem im Abgang. Aber danach muss man wirklich spähen. Ansonsten birgt der Geschmack nichts, ohne das man nicht mehr leben könnte. Recht scharf, bissig und kantig. Dazu unrund und indisponiert. Vor allem dieses muffig-dumpfe, karamelartig-malzige, das sich lange nicht abschütteln lässt, zerbricht dem Trinker während des Abganges den Kopf. - - - Na ja. Sagen wir mal, dem Karl Theodor aus der Pfalz ist mit diesem Bier sicher kein Fabelweizen gelungen. Zwar vereint es eine Süffigkeit, die am Rande des freudigen liegt, bringt aber dennoch genug Traktion auf die Strecke, um nicht meilenweit hinter dem Rest des Feldes zurück zu bleiben. Ein Hefe, das dem Kenner und Liebhaber dieser Biersorte sicher keine Tränen in die Augen treiben wird. Dazu wirkt es einerseits zu kantig und scharf. Auf der anderen Seite birgt es nicht genug Intensität und Tiefe. Wenigstens die Süffigkeit kann lobend erwähnt werden. Aber nur, wenn man lange kein gutes Weizen mehr zwischen den Zähnen gehabt hat.
Fazit: Immer noch nicht besser
Wertung: + + - (a + t 02/04)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Inhaltsstoffe: Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hefe