Loscher Zwickel Pils (4,8 %) seit 1881 aus Münchsteinach in Bayern:
Tolle Flasche. Kein Etikett im eigentlichen Sinne sondern die Infos in weiß direkt auf den Körper aufgedruckt.
Sicher nicht der klassische Pilsgeruch. Dieser hat doch viele malzige Komponenten sowie tatsächlich etwas entfernt hefiges. Der Schaum ist klasse, steht seinen Mann, überzeugt durch Feinporigkeit und ordentlichen Stand. Die Farbe ist nur in erster Linie klar, bei genauerem Hinschauen entdeckt man feine Schwebpartikel.
Dieses Bier hat die typische Zwickeleigenart. Sehr jung im Charakter, dazu frisch und irgendwie noch nicht hundertprozentig ausgereift. Auch etwas leicht modriges, kellerartiges, hefiges aber auch beerenfruchtiges begleitet das Aroma. Dafür schmeckt das Bier aber gleichzeitig sehr frisch, spritzig und jugendlich. Es perlt im Gaumen, hat aber in Ansätzen auch etwas säuzerliches. Die Kohlensäure ist recht aktiv. Das Wasser in Ordnung. Die Süffigkeit ist ordentlich, die Rezenz hoch.
„Erfrischend anders ... Zwickel Pils – die Bierspezialität aus dem Steigerwald! Naturbelassenes und würziges Bier wie in früheren Zeiten. Bei der Abfüllung enthält Zwickel-Pils noch gesunde Bierhefe, die als Träger wertvoller Vitamine und Mineralstoffe das allgemeine Wohlbefinden steigert.“
Das allgemeine Wohlbefinden steigern. Spitze. Nichtsdestotrotz haben die Münchsteinacher mit dem Zwickel ein interessantes und nicht alltägliches Bier geschaffen. Frisch-würzig-fruchtig im Aroma mit Ähnlichkeiten zum Kellerbier. Sehr leicht und beweglich. Dazu nichts, das wirklich stört, ist man offen für eigencharakterliche und aus der Strenge schlagende Biere. Gut gemacht.
Fazit: Gelungenes Zwickel
Wertung: + + + + + (t 08/04)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Inhaltsstoffe: Wasser, Gersten- und Weizenmalz, Hopfen und Hefe