Lübzer Urkraft, Mecklenburgische Brauerei GmbH, seit 1877,
Lübz, Meck-Pomm, Deutschland, alc: 6,0%vol, 0,5l Mehrwegflasche
in weiss
"Kraftvoll - Markant - Vollmundig" soll es sein. Das steht
so drauf. Noch eins in einer klar-weißen Flasche aus Lübz.
O.K., die Flasche hat einen leichten grünlichen Schimmer! Aber
bei mir ist das Weißglas.
Anflüge von rötlichem Braun, klar und fromm läuft das
Bier ins Glas. Der Schaum ist nicht besonders kraftvoll, standhaft auch
nicht. Die Nase signalisiert ein leichtes Malz und einen mittelmäßig
kräftigen Hopfen.
Der Antrank bestätigt die Empfindungen der Nase. Woher hat dieses
Bier die 6,0% bekommen? Es ist malzig wie ein frisches Exportbier, hopfig
wie ein leichtes Pils und die Farbe könnte einem Fränkischen
Märzenbier gut zu Gesicht stehen. 6 Umdrehungen - das kann auch
zu einem Märzen passen. Nur das hier spielt nicht mit der kräftig-weichen
Malzrichtung. Ein herbes nordisches Bier ist es. Kein schlechtes Bier,
man darf es nur nicht mit etwas Bekanntem vergleichen wollen. Der Abgang
offenbart den ganzen Hopfen, würzig und markant. Die versprochene
Vollmundigkeit stellt sich jedoch nicht so recht ein. Die Kohlensäure
ist ausgewogen, gibt einen frischen spritzigen Eindruck. Leider sieht
das Bier nach wenigen Sekunden wie alter Apfelmost aus, keine Spur mehr
von Bierschaum. Wo habe ich das schon mal gesehen? Samuel Adams Lager
Beer aus Boston. Nur das ist nicht annähernd so gehaltvoll... Langsam
wird die Flasche etwas wärmer, der Malzton angenehmer und runder.
Direkt aus dem Kühlschrank ist es zu hart. Nun wird es interessanter.
Bleibt aber Mittelmaß. Maximal 4. Platz auf der olympischen Leiter.
Gebraut nach dem deutschen Reihneitsgebot: Ja
Fazit: Kein Medaillenplatz
Bewertung: + + + (d 04/06)