| Mannebacher Landbier Dunkel aus Mannebach/Rheinland Pfalz:
Was ist eigentlich enttäuschend? Hm. Gute Frage. Enttäuschend ist es, wenn
man Monate lang verbissen und entbehrungsreich büffelt und dann sang und
klanglos beim Abi durch rauscht. Enttäuschend ist es sicher auch, als (sog.)
Fußballgroßmacht gegen ein Soccerentwicklungsnation wie Süd-Korea bei der
Fußball-WM auszuscheiden. Enttäuschend ist es auch, von seiner Alten verlassen
zu werden und zu erfahren, dass sie sich jetzt von einem ehem. Vereinskameraden
verwöhnen läßt. Ich weiß aber noch etwas enttäuschendes: Richtig runter
ziehen tut mich, dass ich hunderte von KM gefahren bin, um an der Grenze
zu Luxembourg dieses Bier zu erstehen. Das Helle konnte ich ja noch testen.
Aber eine weitere Ladung Landbier hätte meine weitere Reise zu einem Risikoauftrag
gemacht. So ließ ich mir ein schmucke 2-Liter-Flasche frisches Landbier
Dunkel zapfen und gondelte den weiten Weg weiter bis nach Hause. Als ich
nun, eine Woche später, mich voller Freude an das Mannebacher Landbier Dunkel
mache, verschlägt es mir die Sprache. Keine Kohlensäure, kein Leben, flaue
Lüftchen, totes Bier. Oh Gott. Wie deprimierend. Zumal ich knappe 20,- Euro
für Flasche, Pfand und Bier bezahlt habe!! Mann. Das fuchst mich jetzt vielleicht.
Entweder haben die mich klassisch geneppt und altes räudiges unbrauchbares
Bier in das Schmuckstück gezapft. Oder unterwegs ist etwas massiv schief
gelaufen. Wie auch immer. Dieses Landbier jedenfalls ist kein vollwertiges.
Es kann für einen Test nicht heran genommen werden. Dazu sind die Umstände
zu wettbewerbsverzerrend. Komplett ohne Kohlensäure kann kein Gerstensaft
schmecken. Sagen sollte man, dass dieses Bier inmitten eines Schankraumes
gebraut wird, der sich nicht nur sehen lassen kann sondern ein altertümliches
Flair verbreitet, welches man nur selten findet. Das ganze wird eingerahmt
von einem Biergarten, der wahrscheinlich einer der fünf schönsten ganz Deutschlands
ist. Wen es also einmal nach Mannebach (nicht weit entfernt von Saarburg!)
verschlägt, der möge doch bitte in die hiesige Hausbrauerei einkehren. Ist
absolut nicht zu verfehlen, weil winziges Kaff. Finden sogar Frauen auf
Anhieb. Dort läßt es sich aushalten. Und ein frisches Bier vom Faß, Hell,
Dunkel, Weizen oder Landbier kann man sich sicher auf der Zunge zergehen
lassen. Gute Ansätze lassen sich ja nicht absprechen. Fazit: Transportschaden Wertung: leider nicht möglich (t 06/02) |
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