Mayer-Bräu Carl Daniel Mayer Keller Bier (4,7 %) seit 1846 aus
Oggersheim in Rheinland-Pfalz:
Markanter Schaum von feiner Konsistenz und prima Stand und beachtlichem
Volumen. Typischer, leicht modriger, staubig-malziger Geruch. Eine feine
Trübung lockert das ansonsten helle Gelb auf.
Trockener, hefegefärbter, malzguntermalter und mit leicht fruchtigen
Aromen angereicherter Antrank. Leicht säuerlich. Sehr frisch und
spritzig. Kräftig und vollmundig, im Abgang sanfter. Entfernte
korkige Spuren. Facettenreiches Aroma mit viel Abwechslung. Leider ist
die Kohlensäure eine Spur zu aggressiv und nimmt diesem Keller
Bier viel Wärme und Zurückgelehntheit. Auch die Süffigkeit
leidet darunter. Kein Bier, das mild und bekömmlich ist sondern
eher etwas spröde und anhaftend. Sichre ein typisches Kellerbier,
das die typischen Eigenheiten dieser Sorte verkörpert. Dieses leicht
Modrige, Staubige, Hefig-Säuerliche, dieses frische Unreife. Eine
sympathische Jugendlichkeit, etwas Spritzig-Altertümliches begleitet
diese Biere. So auch hier. Eine Mischung aus staubigen, kühlen
Kellergewölben und durstlöschendem, frischem Charakter. Hier
ist leider die Kohlensäure zu stark und grob und legt sich über
das Aroma, zwingt es zurück. Ungewöhnlich und eigen. Keine
Spur von Mainstream. Eine Abwechslung. Irgendwie anders. Leicht exotische
Komposition. Sehr Interessant. Leider hindert die Kohlensäure das
Aroma an der Entfaltung. Auf jeden Fall aber ein sehr natürliches
und frisches Bier, dessen Zutaten von reiner und hoher Qualität
zeugen. Die Hefe und der Hopfen gehen eine gekonnte Symbiose ein. Das
Malz könnte eine Spur mehr Fahrt erzeugen. Gewollt aufmüpfig
stampft sich das Aroma durch die Extremitäten. Das hat schon was.
Wenn auch mehr heraus zu holen gewesen wäre. Unterm Strich etwas
zu kantig, kurz angebunden und hart, was vom Gefühl her eigentlich
nicht sein müsste.
Fazit: Mayer’s Bier der Biere
Wertung: + + + + [t 04/06]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt,
Hefe
PS: Wieder einmal gilt unser Dank Daniel M. aus Hof,
der uns eine Flasche dieses Bieres organisiert hat.