Michelsbräu Export (5,2 %) seit 1815 aus Babenhausen in Hessen:
Ansehnlicher Schaum. Das Volumen und der Stand vielleicht ausbaufähig. Aber die Poren sind klassisch fein. Da kann man nichts sagen. Etwas spröder, kühler, kontrollierter Geruch. Malz ist da, keine Frage, auch eine Spur Bittere.
Das Aroma wölbt sich im Antrank stark auf. Hier kommt das Malz gut zur Geltung. Aber kaum hat man die Sache eingeordnet, verflüchtet sich der Geschmack schon wieder, erst im Abgang kommt dann kräftig-herbe Note hinzu, die sehr lange anhängt. Das Aroma ist ausgerichtet auf das Malz. Das wird jedem gleich klar. Jedoch vermisst man ein wenig die Spannung. Da passiert nicht wirklich was. Es plätschert ein wenig vor sich hin. Das Wasser gut. Die Kohlensäure OK. Aber nichts wirklich Packendes. Vielmehr äußert sich eine gewisse, zwar weit entfernte, dennoch spürbare Härte. Das ist nicht weiter schlimm. Trotzdem fehlt es an Weichheit und Milde. Kein Export, das Begeisterungsstürme auslöst. Die Süße fühlt sich vom Rest zu losgelöst an, hat wenig Bindung. Der Rest wirkt zu leer und glatt. Nicht wirklich langweilig. Aber auch kein Spannungsgenerator. Auch wirkt das Malz etwas spröde bis brüchig. Wenigstens ist der Geschmack frei von wirklich happigen Einflüssen. Es bleibt ein Export, das zwar nicht in den Bierolymp einzieht, dafür aber einfachen und gut konsumierbaren Genuss bietet.
Fazit: Kurz vor’m Olymp
Wertung: + + + - [t 04/06]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Brauwasser, Malz, Hopfen
Im Internet unter: www.michelsbraeu.de
Michelsbräu Export aus Babenhausen: Getrunken frisch vom Faß im "Hanauer Tor" zu Babenhausen, in dem Bier schon seit 1690 ausgeschenkt wird. Eine sehr urig eingerichtete Wirtschaft in der Gemütlichkeit und Gastlichkeit noch groß geschrieben wird. Das Export vom Faß sollte meiner Meinung nach etwas aromatischer und würziger schmecken. Auch die Kohlensäure war nicht in der Lage dem Bier den nötigen Atem zu geben. Es als Frisches Faßbier hat nicht genug Eigencharakterliches und enttäuscht den Trinker durch sein etwas fades und eintöniges Erscheinungsbild. Sicher. Hopfen und Malz sind nicht zu verkennen. Aber auch nicht so präsent, als dass es eine Freude wäre. Nicht unbedingt der Trinkgenuß. Ein Durchschnitts-bier, das durch seine Frische nur knapp an einer 3,5 vorbei schrammt. Aber weil morgen Weihnachten ist, gibt's trotzdem nur eine 3. Aus der Flasche schmeckt es übrigens durchaus schwächer.
Fazit: Es weihnachtet sehr...
Wertung: + + + (t 12/01)