Neuzeller Klosterbräu Schwarzer Abt, Schwarzbier, seit 1589, Klosterbrauerei Neuzelle, Brandenburg, Deutschland, 3,9%vol, 0,5l Mehrwegflasche:
Ein Bier, auf dessen Zutatenliste steht, dass es mit Schwarzbier hergestellt wurde. Schon merkwürdig. Schön schwarz, wenig Schaum. Ein super kerniger Caramel - Malz - Geruch schwebt über allem. Fast Bitter und eine Spur Röstkaffee. Dann kommt der Hammer - im Antrank. Sowas von zuckersüß (Invertzuckersirup?).
Die hätten das Schwarzbier so lassen sollen, wie es ursprünglich war! So süß ist nicht mal Karamalz! Leute, Klosterbrüder, was soll das? Habt Ihr den guten Biergeschmack für Euer Kloster reserviert? Und vergällt den Leuten den Geschmack, damit Ihr alles für Euch allein habt? Ich hätte nichts dagegen, das für die Herstellung dieses Getränkes verwendete Schwarzbier mal pur zu trinken.
Ohne Zuckersirup. Süffig ist es, keine Frage, aber was sagt der gute Geschmack dazu. Das ist ja sowas wie Ti-ramisu mit Tomatensoße! Das Malz des verwendeten Bieres ist prima, keine Frage, kernig, malzig und etwas rauchig. Davon allein lebt aber kein Bier. Wer ist denn bei Euch im Kloster der Süßschnabel, der das erfunden hat? Das klebt einem alle Geschmackspapillen zu. Das klebt in der Kehle. Das muß dann gleich mit etwas Her-bem nachgespült werden... Ein Dessert, ein Nachtisch ist es allemal. Dieses Bier ist der Kalorienlieferant für die Fastenzeit. Bestimmt. Geschmacklich macht es schon was her, weich und ausgewogen ist es. Wenn es nur nicht so süß wäre...
Zutaten: Schwarzbier (Wasser, Malz, Hopfen), Invertzuckersirup
Fazit: Überzuckertes Karamalz. Fastenbier.
Bewertung: + +  (d 06/05)
Neuzeller Kloster-Bräu Schwarzer Abt (3,9%) seit 1589 aus Neuzelle in Brandenburg: Schwarz ist es in der Tat. Da geht mal nix durch. Der Schaum ist beige und von guter Konsistenz. Der Geruch trocken-malzig. Der Geschmack verblüfft. Eine vortreffliche malzige Süße gekoppelt mit einem erdig-herben und leicht geräuchert wirkenden Ton, der in fabelhaftem Kontrast steht. Hinzu kommt äußerst weiches Wasser und eine Kohlensäure, die fein portioniert ist und dem Bier ein Cremigkeit verleiht, die nicht alle Tage zu finden ist. Ich kämpfe noch mit mir, ob ich dem Bier gleich eine sechs gebe und den verbliebenen Rest jetzt gleich auf auf ex vertilge oder mich noch etwas zusammen reiße. Herrjeh ist das süffig und lecker. Man muß wirklich an sich halten, um nicht er Versuchung zu erliegen. Es ist erstaunlich wie voll und kräftig dieses Bier schmeckt. Mit 3,9% sicher nicht übermäßig mit Stammwürze beladen schafft es der Schwarze Abt, eine Vollmundigkeit und Tiefe zu verströmen, die staunen läßt. Da türmen sich ganze Geschmacksberge auf und blühen ganze Aromalandschaften. Herrlich. Was für ein Klassebier. Auf der einen Seite zuckrigsüß und kernig-malzig. Wobei die Süße zu jeder Zeit nicht über die Stränge schlägt und klebrig oder pappig wirkt. Auf der anderen findet sich eine feine hopfenwürzige und erdig-bittere Bandbreite die hervorragend mit dem Rest harmoniert. Dieses Bier ist ein Erlebnis. An Süffigkeit kaum zu überbieten. Ein Wässerchen als Basis, das seinesgleichen sucht und dem Bier eine Cremigkeit mit auf den Weg gibt, dass man sich am liebsten hineinlegen würde. Eine Tiefe und Vielfältigkeit im Aroma, dass man nur staunt. „Die Rarität aus Schwarzbier mit nachträglichem Invertzuckersirupzusatz. ...himlisch gut.“ Hat sich der Braumeister Abt Bibulius persönlich schon den Test vom xxxx in sein Büro gehängt, schmeichel, so kann er auf den Schwarzen Abt genauso stolz sein. Was dort eingebraut wird, ist aller Ehre wert. Eine wahre Rarität und Köstlichkeit. Da scheint jemand am Werk zu sein, der seinem Handwerk mit aller Hingabe und Einsatz nachgeht. Großes, ehrliches Kompliment nach Neuzelle. Absoluter Geheimtipp. Jetzt müßte ich eigentlich nur noch zwei Dinge wissen: Zum einen: wie komme ich nach Neuzelle? Zum anderen: was ist Invertzuckersirupzusatz? Man oh man. Selten solch ein leckeres und süffiges Bier getrunken. Das hat sich gewaschen. Das hat unglaubliches Format.
Fazit: Ein weiterer Klostermeilenstein
Wertung: + + + + + + (t 04/03)
Im Internet unter www.neuzeller-bier.de
PS: Sensationell. Eben entdeckt, dass ich noch einen zweiten Schwarzen Abt im Kühlschrank habe. Jipee.