Neuzeller Kloster-Bräu Unser Schaubertaler Landbier (4,8 %) seit 1589 aus Neuzelle in Brandenburg:
Gute Schaum. Lange. Fest. Groß. Forsch-malziger, frischer Duft. Klare, helle Farbe. Blumig geprägter Antrank. Hier scheint der Hopfen sehr verspielt zu sein. Das Malz kontert aber gut und zeigt, dass auch diese Zutat Format hat. Auf jeden Fall ein recht intensives und markantes Bier. Hier wird sich nicht versteckt, hier wird gezeigt, was man hat. Tief und voll im Aroma. Weitläufiger Geschmack. Mit der Zeit beginnt meint es das Bier aber etwas zu gut. Wo mal Pause oder Zurückhaltung angesagt wäre, schaltet dieses Landbier hoch. Fast überfordert es den Trinker mit seinen zahlreichen Facetten und Wendungen. Die Süffigkeit geht mit jedem Schluck ein wenig mehr flöten. Es wirkt sehr vollmundig aber auch sperrig und ein bisschen zäh. Es wirkt nicht unbekümmert und leichtfüßig genug. Eine fast ernsthafte Ausdrucksstärke läßt das Schaubertaler schwer wirken. Vom Aroma her sicher intensiv und interessant. Aber vor der Verträglichkeit und Milde schwach. Das Ausgewogene und Bekömmliche sind nicht top. Vor allem der Nachgeschmack wirkt mit seinem leichten Lakritzton neben dem voluminösen Rest überfordernd. Man wünscht sich ein mehr Leichtigkeit und Leere. Sicher rühmen sich die Braumeister wegen des vielfältigen und kernigen Aromas. In diesem Fall stellen sich aber ein Bein. Die Harmonie ist nicht gut genug. Gleichzeitig ist der Geschmack auch nicht so innovativ, dass es einem die Sprache verschlägt. So bleibt es bei einem gut gemeinten, interessanten Versuch. Das Ergebnis stößt nicht in die Spitzengruppe vor.
Fazit: Zu viel des Guten
Wertung: + + + (t 12/03)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Inhaltsstoffe: Wasser, Malz, Hopfen
Im Internet unter: www.neuzeller-bier.de