Päffgen Kölsch seit 1884 aus Köln in Nordrhein-Westfalen:

„Touristen gehen zum Früh oder zu Peters, die Kölner ins Päffgen.“ Das kriegt man immer wieder zu hören, und die Kölner sind nicht faul zu betonen, dass das Päffgen in ihren Augen das kölschste Kölschbrauhaus ist. Hier ein Auszug der Einleitungstextes der Päffgen-Homepage:
„Der Nabel der Welt ist Köln. Der Mittelpunkt von Köln ist das Brauhaus Päffgen, und der Nabel der Gaststätte ist der Beichtstuhl mit seinem Thekenschaf. Von seinem Beichtstuhl aus hat das Thekenschaf den Überblick, der darin besteht, für die Gäste ansprechbar zu sein, die Köbesse (Kellner!) unter Kontrolle zu halten und den Bierausschank zu kontrollieren. Der Blick zwischen dem Thekenschaf und den Fässern muss daher im frei sein. (Also bitte nicht zwischen dem Beichtstuhl und den Fässern stehen bleiben!) …“
Die Atmosphäre dort kann man aus dem Text schon ein stückweit ableiten. Und wenn man dann noch weiß, dass das Bier aus Holzfässern ausgeschenkt wird, und diese nicht selten von einem Köbes entweder leer Richtung Lagerkeller oder als Nachschub Retour in Richtung Ausschank gerollt wird, dann wird die Sache noch klarer.
Das Bier hat einen sehr hopfenwürzigen Geruch. Klar und hopfig. Der Schaum ist ein Gedicht, makellos und straff. Die Farbe hell- bis mittelgelb.
Der Geschmack ist eindeutig hopfenbezogen, eine trockene Grundausrichtung untermalt das Aroma, die Hopfigkeit hält lange im Abgang an. Das Volumen des Bieres ist nicht übermäßig groß, aber das ist bei Kölsch eher die Regel. Hier aber erfährt man eine hohe Süffigkeit und einen klaren Charakter. Die Struktur des Aromas ist gut. Sehr kompakt, süffig und hopfentreu. Das Wasser ist fein, die Kohlensäure agil jedoch jederzeit samtig. Das Bier ist aromatisch sicher kein Schwergewicht. Aber in seiner Hopfigkeit sehr pur und sympathisch. Individuell und süffig. (Oha. Eben trinkt der Köbes mit einem Kollegen ein Kölsch komplett auf ex. Gut. Keine Kunst. Dennoch ist die Selbstverständlichkeit, mit der er seinen Bauch vorstreckt, den Körper in leichte Spannung bringt und den Kopf gekonnt in den Nacken kippt, das alles vor versammelter, durstiger Gästeschar, bewundernswert. Überhaupt ist das Ambiente sehr gelungen, urig, Kölsch eben.) Gut. Das Bier ist hopfenlastig, rein und klar, gut trinkbar, ohne irgendwelche Störfaktoren, unbelastet und gut in der Anmutung. Aromatisch gibt es eindeutig bessere. Und nach ein paar wird es aufgrund der zwar nicht sonderlich hohen Trockenheit trotzdem ein wenig eintönig. Hier jedoch nur am Rande. Es gibt spannendere Biere. Aber in der Summe samt Atmosphäre kann man nur eine 5 geben. (Eben trinkt der gleiche Köbes das nächste Kölsch auf ex - - das vorherige hat er vor höchstens 5 Minuten abgetrommelt.)

Fazit: Kölns Brauhaus
Wertung: + + + + + [t 03/07]
Im Internet: www.paeffgen-koelsch.de