Palmbräu Pilsner (4,7%) seit 1853 aus Eppingen im Kraichgau in Baden-Württemberg: Stolzer Schaum. Nicht übermäßig herber Geruch. Grandioses Perlen der Kohlensäure vom Boden zum Schaum hin. Farbe normal. Malzig-herb würde ich sagen. Man merkt zwar klar, dass es sich um ein Pils handelt, aber auch das Malz hat hier Mitspracherecht. Hier ist das Wasser besonders weich. Die Kohlensäure verströmt Cremigkeit. Für ein Pils äußerst süffig. Im Nachgeschmack setzt sich dann wieder der Hopfen, unterstützt von einer trockenen Note, durch. Alles sehr ordentlich, fein und routiniert. Ausgewogenheit in den einzelnen Aromaschichten, aufgeräumt im Geschmacksbild. Was man diesem Bier aber ankreiden muss, ist der fehlende Mut zum Risiko. Hier wird zuviel auf Ballsicherung gespielt und zu wenig mit Courage nach vorne. Viel gutes findet man aber nichts herausragendes. Fast quält einen diese makellose Harmonie. Man wünscht sich fast einen Schwachpunkt, ein paar Ecken und Kanten, an denen man sich reiben könnte. Was bleibt ist ein fast nicht zu kritisierendes Geschmacksbild, ein Bier, das durch und durch rund und glatt wirkt. Böse Zungen könnten behaupten, es wirke beinahe steril. Aber das wollen wir der Privatbrauerei Palmbräu nun wirklich nicht andichten. Alles in allem ist „Der Stolz des Kraichgau“ ein süffiges, wohlschmeckendes Pils, das genug Hopfen aber auch eine Menge Malz hat. Dazu Wasser und Kohlensäure auf prima Niveau und eine Schaum, der seiner Zunft alle Ehre macht. Für Pilstrinker, die es ein wenig softer mögen, gut geeignet. Es hat nicht diese spröde Trockenheit, wie so mancher Vertreter gleicher Gattung. Das Palmbräu ist etwas geölter. Eigentlich ein gutes Bier. Wenn es nur ein wenig mehr Spannung verbreiten würde... ... wäre es vielleicht ein ganz großes. Eine 5 kann man noch geben.
Fazit: Gut geölt
Wertung: + + + + + (t 05/03)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja