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| Palmbräu Schwarzer Zornickel (8,0%) seit 1835 aus Eppingen
in Baden-Württemberg: Geräuchertes und Essig sowie buttriges
Malz im Geruch. Der Schaum beige, mittelporig und standhaft. Die Farbe,
wie der Name schon sagt, schwarz. Hart-malzig und trocken im Antrank. Eher
was für den harten Junggesellen. Leicht bitter-erdiges wechselt sich
mit etwas säuerlich-kantigem. Man schmeckt auch etwas geräuchertes,
gebranntes im Aroma. Ein Starkbier, bei dem nicht das süßliche
sondern das trocken-erdige dominiert. Man muß zugeben, man schmeckt
die hohe Drehzahl nicht unbedingt heraus. Hier präsentiert sich der
Zornickel eher mild. Der Geschmack jedoch präsentiert sich eher von
der rauhen Seite. Vor allem im Nachgeschmack bleibt etwas kantiges und holpriges
haften. Es hat zwar durchaus etwas kerniges und uriges, schmeckt deftig
und unfeudal. Aber die doch zu bitterlastige und unharmonische Umsetzung
nimmt dem Bier die Süffigkeit. Kein Bier für den sanftmütigen
Sozialarbeiter. Eher geeignet für den borstig Kohlekumpel, der nach
einer harten Schicht unter Tage den geselligen Feierabend einleutet. Laute
Sprüche. Derbe Witze. Schwarzer Zornickel. Sicher kein schlechtes Bier.
Aber letztendlich schaffte es der Zornickel nicht, die Waage auf die positive
Seite zu drücken. „Der richtig schwarze Doppelbock mit hoher
Stammwürze. Ein herzhafter Genuss für Liebhaber exklusiver Starkbiere.“
Möglich, dass es erst als Faßbier seine wahre Größe
zeigen kann. Die 0.33er Flasche ist doch ein wenig dünn. Zum Glück
habe ich noch einen ganzen Schwung. Fazit: Richtig Schwarz Wertung: + + + - (t 08/03) Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt Im Internet unter: www.palmbraeu.de PS: Vielen Dank an Georg P., der uns eine Riesenfuhre Palmbräu zu Testzwecken hat zukommen lassen. |
| Palmbräu Schwarzer Zornickel, Dunkler Doppelbock,
8,0% vol., Eppingen/BW: Ich habe vorher das Etikett nicht beachtet und einfach eingeschenkt. Eigentlich wollte ich einfach nur noch’mal ‚nen Schluck Bier trinken und habe deshalb die kleinste Flasche im Kühlschrank genommen. Obwohl mir der Kosename „Schwarzer Zornickel“ für ein Bier schon reichlich verwegen vorkam, setzte ich nichtsdestotrotz den Öffner – das Feuerzeug – an und goss ein. Eine moorschwarze – an ein Guiness erinnernde – Flüssigkeit mit einem dunklen, cremefarbenen Schaum! Oh Mist, ein dunkler Doppelbock mit 8 % Alkohol. Jetzt, da ich die Flasche geöffnet hatte, gab es kein Zurück mehr. Ich trank. Der Geschmack überwältigte mich im nächsten Moment und ich war sofort im Zweifel, ob ich meiner Mission, dieses Bier zu testen, noch gerecht werden könne. Der Geschmack dieses Bieres ist in erster Linie brutal. Süß, würzig, herb, malzig, Moor, Laub, Holz und das alles hintereinander, gleichzeitig, versetzt und sich steigernd. Wie ein Elch, der Morgens um sechs die Tür deines Blockhauses einrammt und fragt, ob er ein Spiegelei bekommt. Brutal, unbeholfen, zielstrebig, gewaltsam aber doch irgendwie überraschend süß und mit guter Absicht. Ein Bockbier, das man trinken kann, sich aber vorher fragen sollte, warum? Prädikat: Zorniger Elch Wertung: + + + (pit 07/03) |