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| Palmbräu Unterländer Volksfestbier (5,3%)
seit 1835 aus Eppingen in Baden-Württemberg: Vom 01. bis 11.
August findet in Heilbronn das Unterländer Volksfest statt. Speziell
für dieses Fest brauen die Kraichgauer dieses Bier ein. Das Etikett
deutet klar darauf hin. - - - Malzig im Geruch. Recht dunkelgelbe Farbe.
Der Schaum ist eher grobporig, hält sich aber lange. Malziger, leicht
dumpfer Antrank mit Spuren von metallisch-gummiartigem, das vom Kronkorken
herzurühren scheint. Glücklicherweise nur schwach. Recht rund,
süffig und süßlich im Charakter, dazu nicht unerheblich
kräftig, verköpert dieser Unterländer den Prototyp eines
Volksfestbieres. Verführerisch, leichtgängig, etwas oberflächlich,
nicht zu intensiv im Geschmack, dafür rund, glatt, rutschig. Wenn man
da nicht aufpaßt, hat man Ratz Fatz drei Maß im Magen und kann
das anstehende Randevouz mit dem neuen Bunny gleich absagen. Und um das
Kettenkarussell macht man besser auch einen großen Bogen. Auch die
Achterbahn ist tabu, es sei denn, man hat Lust sich später mit dem
Reinigungspersonal anzulegen. Deshalb lieber gleich im Zelt sitzen bleiben,
Verabredung hin oder her, und noch ein weiteres großes Glas Bier bestellen.
- - - Gut. Spaß beiseite. Dieser Trunk ist im Vergleich zu manch anderem,
speziell zu manchen Münchner Volksfestbieren richtig gelungen. Einzig
der etwas bieruntypische Beigeschmack stört. Ansonsten macht es eine
gute Figur. Vollmundig aber nicht zu üppig. Süffig, relativ weich,
malzlastig und leicht süßlich mit einer angenehmen Spur Hopfenbittere,
die dem ganzen ein nettes Gegengewicht verleiht und das Bier nicht schon
nach dem zweiten Schluck als zu süß wirken läßt. Von
da her gelungen. Läßt man mal den Volksfestbiercharakter außer
Acht, so entdeckt man fast schon märzenähnliche bzw. exportangelehnte
Eigenschaften, die normalerweise eher bei höher angesiedelten Kategorien
zu finden sind. Malz und Hopfen bewegen sich auf gutem, akzeptabel ausbalanciertem
Niveau. Das Aroma ist weder zu lau oder fahrig noch zu malzlastig-pappig
sondern findet einen interessanten Mittelweg ohne dabei übermäßig
zu glänzen. -Wer will am Volksfest schon ein stressiges Premiumbier?-
Vielmehr scheint es nicht unwesentlich prädestiniert zu sein, den geselligen
und mit genug Sitzfleisch versehenen Trinker auf gehobene Art zur Fortführung
der schon seit geraumer Zeit absolvierten, immer wiederkehrenden Handlung
zu animieren: Biertrinken. Das gelingt dem Unterländer Volksfestbier
zweifelsohne. Was will man mehr? Ein größeres Lob kann man einem
Biertyp dieses Schlages eigentlich kaum machen. Da freut man sich gleich
doppelt auf das Fest. Und zum Glück verliert sich auch das anfangs
erwähnte mit der Zeit. Möglich, dass man sich auch nur daran gewöhnt.
Auf jeden Fall verflüchtigt es sich. Fazit: Prädestinierter Animierer Wertung: + + + + - (t 08/03) Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt Im Internet unter: www.palmbraeu.de PS: Vielen Dank an Georg P., der uns eine Riesenfuhre Palmbräu zu Testzwecken hat zukommen lassen. |