Pogorausch Pralles Pils Herb (5,0 %) gebraut von der Brauerei Ziegler aus Waldsassen in Bayern:

Also. Novum. Noch nie hatten wir ein Bier im Test, dass extra für die Punkgemeinde gebraut wird. Die genauen Hintergründe hier im Test aufzuführen würde zu weit gehen. Nichtsdestotrotz sollte sich jeder, der diesen Bereicht liest, auf der Internetseite www.pogorausch.de seine Neugier stillen. Nur so viel sei gesagt, dass durch dieses Projekt auch ein guter Zweck verfolgt wird: pro Kasten gehen 50 Cent in einen Fonds, der der schwerbehinderten Annabelle zugute kommt.
Was wohl aus einer Schnapsidee geboren wurde, hat also heute ein konkretes Gesicht in Form von Bier. Die Jungs und Mädels von Pogorausch lassen sich nach Gründung einer GbR ihr Bier exklusiv in Waldsassen brauen und beliefern damit die Punkszene. Und das deutschlandweit. Momentan gibt es drei Sorten: Geiler Bock und zwei Pilssorten. Einmal MILD für die Süddeutschen, und einmal HERB für die Nordlichter.
Im Bereich Geruch ist das herbe schon mal als hopfiger auszumachen. Allerdings gleichen sich beide Biere hier etwas und man muss ein wenig Konzentration aufbringen, um den Unterschied zu erkennen. Auch der Schaum scheint einen etwas besseren Stand zu haben; dem höheren Hopfenanteil sei Dank. Die Farbe ist bei beiden identisch.
Im Vergleich fällt nur ein Wink mehr Hopfen auf. Einen wirklich starken Unterschied macht man nicht wirklich auf. Interessant, das der Hopfen einen feinblumigen Ton hat, wie man ihn vom Saazer Hopfen her kennt. Der wird doch da nicht eingebraut sein? Auf jeden Fall wirkt dieses Pils nicht nur durchdacht und von hoher Qualität sondern hat großes Trinkpotential. Sehr süffig und rund im Aroma. Und der Hopfen macht eine sehr gute Figur. Es steckt also nicht nur eine originelle Idee hinter dem Bier sondern auch ein Produzent, der sein Fach versteht. Wasser und Kohlensäure bieten eine wirklich weiche Basis. Dazu ein Hopfen, der höchsten Ansprüchen gerecht wird und scheinbar knapp hinter die Grenze nach Böhmen schielt. Die Zutaten wirken von hoher Qualität und gut abgemischt. Süffige Sache. Nur ein leicht metallischer Ton, so beim MILDEN nicht zu finden, trübt den Eindruck. Wirklich nur entfernt, nicht dramatisch. Ansonsten aber alles im Grünen Bereich. - - Die Unterschiede beider Biere beschränken sich auf Nuancen und dürften auf einer wilden Party kaum auszumachen sein. Nicht umsonst differieren beide Sorten –momentan- nur im Kronkorken. MILD hat weiß. HERB hat schwarz. Beiden ist aber eine beachtliche und kaum erwartete Qualität eigen. Vor allem dieses BLUMIGE des Hopfens. Genial. Superbier. Das hat wirklich eine Güte. Vortrefflich. Hoffentlich trinken das die Jungs nicht nur zum bedröhnen sondern sind sich auch bewusst, welch tolles Stöffchen sie zu sich nehmen. Egal welcher Coleur. Dieses Bier schmeckt nicht nur jedem sondern zeigt auch Parallelen auf. Würde mich wirklich mal vom Fass interessieren. Ob es das gezapft überhaupt gibt? Und eines weiß ich. Die restlichen Biere der Brauerei Ziegler müssen unbedingt bald eingebaut werden.

Fazit: Punkpils HERB
Wertung: + + + + +- (t 06/05)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen
Im Internet unter: www.pogorausch.de
PS: Vielen Dank an die Jungs und Mädels von Pogorausch, vor allem Erich, für das Zusenden der Bierproben