Ratskrone Pils aus Frankenthal in der Pfalz (4,9%): Ich habe mich beim Kauf der zwei Dosen geschämt. Selten habe ich eine häßlichere Aufmachung gesehen. Und dann noch der Preis: DM 0,59! Ich dachte mir: "Die Alte an der Kasse wird mich jetzte bestimmt schräg anschauen und für einen Gescheiterten halten." Und in der Tat streifte mich beim Bezahlen ein prüfender Blick. Ich sah zu, daß ich meinen Kram in die Tüte packte und verschwand. So weit so gut. Doch wie schmeckt der Saft? Es gibt ja Stimmen, die behaupten, dieses Pils der Premiumklasse wäre der Stammtrunk der Fans vom FC Kaiserslautern. Also. Hat man sich von dem Outfit erholt, welches von einer usbekischen Steppenagentur aus Urgentsch erdacht worden sein muß, kann man sich dem ersten Schluck zuwenden. Und siehe da! Die schlimme Befürchtung bewahrheitet sich nicht. Der Geschmack ist ziemlich passabel. Wie kann das sein? Das Aroma ist relativ ausgeglichen und wacker. Der Schaum hält sich auch ziemlich lange. Selbst wenn es eine Weile steht, behält das Bier eine gewisse Frische, die nicht von der Hand zu weisen ist. Und das Finish ist tauglich. Nichts tut weh, nichts stört. Wenn das Bier nicht so wässrig wäre, einer der wenigen Punkte, die zu beanstanden sind, könnte man es sogar richtig genießen. Das Geld ist es jedenfalls dreimal wert. Diesen Gerstensaft ohne Drumherum serviert, und so mancher würde sich täuschen.
Prädikat: Viel Geschmack für wenig Geld.
Wertung: + + + + (tom)