Riegeler Landbier, Riegeler Bier,seit 1834, Braustätte Donaueschingen, 0,5l Bügelverschluß-Mehrwegflasche, 5,2%vol., Fürstlich Fürstenbergische Brauerei Donaueschingen, B-W:


Pfirsich. Fruchtiges Malz - so eine Geruchsfülle! Etwas Pfirsich, sanft und zart. Etwas Malz, nicht
aufdringlich, wohl nur um anzudeuten, dass dieses Bier nicht aus Pfirsichen gebraut wird. Es blinzelt mich mit einer rötlich-goldenen Farbe an, die Kohlensäureperlen sind im Normalbereich, der Schaum eher nicht. Nicht sonderlich standhaft obwohl es im Glas immer noch perlt.
Neugierig bin ich genug, im Antrank werde ich für die Geduld belohnt, mit der ich gewartet habe, bis das Glas recht schön voll war. Malz in ordentlicher Fülle seiner Aromen, nicht zu süß, nicht zu herb und das in Einmut mit dem milden würzigen Hopfen. Das Wasser macht das Bier zwar weich, einer der Malz- oder Hopfenbestandteile bringt in der Mitte eine trockene strohige Strähne mit ins Spiel. Der anfängliche Pfirsich hat sich aufgelöst in diesem Landbier mit Geschmack. Gerste, fruchtiges Malz, etwas Stroh und Korn - das ist das Land.

Fazit: Landbier
Bewertung: + + + + + [d 09/07]

Riegeler Landbier, Fürstlich Fürstenbergische Brauerei GmbH & Co KG, Donaueschingen, seit 1834, Donaueschingen - BW, Deutschland, 5,2%vol, 0,5l Bügelverschluß Mehrwegflasche

Ein sanftes Zischen ist es nur. Es begleitet das Öffnen der Bügelverschlußflasche. Ich hätte ein wenig mehr Agilität vermutet. Sind die Schwaben Langweiler? Kein gewaltiges "Ploppp", aber ein "Ffumpp" hätte ich schon lieber gehabt als diese leise "Zischsch...". Dafür kommt jetzt aber ein super Schaum ins Glas. Das hat dann schon etwas. Ein milder Geruch von Bier, Gerste und Hopfen. Eine trockene Komponente bringt dieser Duft mit. "Mild gehopft und weich" verspricht das Label.
Der Antrank bestätigt jetzt genau das. Mild gehopft auf jeden Fall. Dazu kommt das reine aber milde Malz, eines
von einer guten Sorte. Der Hopfen läßt aber keine übermäßige Süße und Süffigkeit zu. Ein Unterton von Stroh macht sich breit. Trocken wird's. Geschmacklich tun sich Rätsel auf. Wasser, vorsichtige Fruchtaromen, Hopfen und trocken. Nicht zu schlecht, aber zu trocken. Nicht rund und flüssig am Gaumen. Das Malz schafft nicht die ausgewogene Süffigkeit. Das zugegeben weiche Wasser ist auch nicht dazu bereit. Etwas fehlt - aber was? Nur am Anfang schien es ein ausgesprochen gutes Landbier zu werden. Da fehlt etwas! Eine mildere Freundlichkeit, die hat dieses Bier nur am Anfang. Dann schmilzt es dahin, ist aber trinkbar bis zum Schluß. Da macht sich dann endlich der Hopfen breit. Der hätte seine Kraft schon früher einbringen dürfen. Stark und würzig und wieder trocken, das Bier klebt am Gaumen. Kennt ihr das, wenn ein Geschmack so richtig am Gaumen klebt? Keine Chance, davon wegzukommen. Das ist hier der trockene Gerstenton. Der behauptet sich. Klebt. Das Bier ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Es wirkt nicht ganz fertig. Ein Experiment? Die Geschmacksträger streiten um die Vorherrschaft, keiner schafft's. Es mangelt mir an der Gemeinsamkeit der guten Zutaten, auch konsequent Gutes zu tun. Stark genug ist das Landbier, der Alkohol kommt nicht nach vorn. Das ist gut so. Der lange Trinkgenuß wird es nicht. Schade.

Gebraut nach dem Deutschen Reinheitsgebot
Fazit: unfertig trocken
Bewertung: + + - [D 06/07]