Saalfelder Ur-Saalfelder (5,6 %) Bürgerliches Brauhaus Saalfeld, seit 1892 aus Saalfeld in Thüringen:


Feine Bügelverschlussflasche mit alter Stadtansicht auf dem Label. Das ist auf jeden Fall schon mal ansprechend. Helles Bernstein mit einem Schuss Orange ergießt sich ins Glas. Der Schaum könnte sicher noch einen Zahn zulegen. Das ist nichts berühmtes. Der Geruch ist malzig, leicht röstig und ankaramellisiert. Ein trocken-nussig-holziger Hopfenton agiert im Hintergrund.
Gediegener, vom Röstmalz geprägter Antrank. Eine zurückgelehnte, dezente Impression dunkler Beeren bringt etwas Fruchtigkeit ins Spiel. Die Gerste wirkt etwas spelzig, zwar frisch, aber nicht 100%ig ausgereift. Das Karamell hat weniger eine süße Ausprägung, als dass es eher in eine herb-trockene Richtung weist und sich mit dem Hopfen gut verständigt. Wasser und Kohlensäure sind weich. Der Geschmackskörper ist jedoch etwas zu unnahbar, recht trocken, die Zutaten sind nicht wirklich weich und abgerundet sondern etwas steif. Das drückt die Süffigkeit. Ein eindeutig Malzgeprägtes Bier, das aber einen recht harschen, frischen, männlich-herben Charakter hat und die süße Komponente fast komplett außen vor lässt. Hätten die Zutaten etwas mehr Schliff und Milde, wäre die Harmonie ausgeprägter, es wäre ein sehr gutes Bier. So präsentiert es sich immerhin als gutes, konstantes, kerniges und malzwürziges Bier von ordentlichem, aber nicht außergewöhnlichem Anspruch. Kurze Hinzufügung zum Aromabild: ein Schuss Rosinen ist noch erkennbar, ohne dabei zuckrig zu wirken. Das Malz steht sehr im Mittelpunkt. Hier ist der Schwerpunkt. Der Hopfen untermalt mit einer feinherben und recht trocknen Führung. Irgendwo steckt noch ein Schimmer dezenter Säuerlichkeit, was kaum ins Gewicht fällt. Die Vollmundigkeit ist hoch und gleichmäßig.
„Die Verwendung einer speziellen Aromamalzmischung lässt diese bernsteinfarbene Bierspezialität mit der kräftigen Ausprägung des Märzenbiertypus zum urigen Biergenuß werden. Nur echt in der traditionellen Bügelflasche.“

Fazit: Saalfelder Ur-Märzen
Wertung: + + + + [t 03/09]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Saalfelder Ur-Saalfelder, Bürgerliches Brauhaus Saalfeld, Thüringen, Braurecht seit 1892, alc 5,6%vol., 0,5l Bügelverschluß Mehrwegflasche:

Stadtansicht Saalfeld - historisches Saalfeld - gratis. Jedenfalls auf jeder Flasche Ur-Saalfelder.
1100 Jahre Saalfeld - das hat schon eine schöne Tradition. Das Bier ist sicher nicht ganz so alt. Eine dunkle Bernsteinfarbe, ein feiner cremefarbener Schaum obenauf. Das sieht nach einem guten Bier aus.
Ein öliger Malzgeruch kommt mir entgegen. Das riecht dann gar nicht wie ein Spitzenbier! Es riecht irgendwie nach Dampfmaschine und Maschinenöl. Es ist kein Dampfbier - oder hat das Bürgerliche Brauhaus noch eine gute alte Dampfmaschine im Keller?
Der Antrank ist vollmundig, malzig, süffig. Nichts mehr von Maschine. Zitronig-malzig, stark. Die leicht spürbare Säure kommt sicher vom Malz, die Kohlensäure ist gefällig, nicht störend. Nur der Geruch ist immer wieder Dampflok! Der recht prächtige Alkoholpegel ist auch zu schmecken. Der Grundton ist malzig, es ist jedoch kein richtig unverwechselbarer Charakter (bis auf die Dampflok) zu spüren. Trinkbar, malz-süffig, wasserweich und mit frucht-aromatischem Abgang. Wenn's warm wird, ist der Alkohol spürbar vorn, also kalt trinken!

Fazit: Ohne Dampf keine Leistung!
Reinheitsgebot: Ja
Bewertung: + + + + (D 12/04)