| Schüttinger Dunkel seit 1990 aus Bremen:
„Erste Bremer Gasthausbrauerei Anno 1990“ Erstaunlich, dass
das die erste Gasthausbrauerei sein soll. Wahrscheinlich die erste der Neuzeit.
Jedenfalls brauen die Schüttinger ein Dunkles, dass sich nicht zu verstecken
braucht. Trotz relativ kurzer Brautradition servieren die Bremer ein Bier,
dass durch ein relativ glattes, trockenes Aroma überzeugt. Spuren karamelbegleiteter
Fruchtigkeit sind auch zu finden. Das Bier ist sehr süffig, weich und
relativ cremig. Allerdings vermißt man etwas den allerletzten Einsatz
im Aroma. Es kommt das Gefühl auf, da ginge doch mehr. Und in der Tat
könnte etwas mehr Ausdruck und Charakter vorhanden sein. Es ist zwar
sehr ausgewogen und läuft bemerkenswert weich die Kehle hinunter. Was
fehlt sind allerdings die Ecken und Kanten, die eine gute Hausbrauerei auszeichnet.
Zwar ist der Schaum ein Bild für sich, überhaupt ist der Anblick
des Bieres beeindruckend, aber in der Tiefe überzeugt das Schüttinger
nicht wirklich bis ins Letzte. Ein gutes, ausbalanciertes, farbenfrohes
Dunkles, dem ein wenig der eigene Charakter fehlt. Da sind das Iserlohner
oder das Wolf schon etwas weiter. Trotzdem ein Bier, dem man ein Kompliment
aussprechen muß. Zumal das äußere Erscheinungsbild anspricht:
Bügelverschlußflasche mit 1 Ltr. Inhalt. Sparsames aber nettes
Etikett. Richtiger Blickfang. Auch gut im Geschmack. Würzig, aromatisch,
ausgewogen, nicht langweilig. Nix das stört oder sperrt. Aber auch
nicht Aha-Effekt, der gefangen nimmt. Fein und trocken-würzig. Fruchtanleihen.
Weiches Wasser. Süffig. Voller Geschmackskörper. Jedoch im Aroma
nicht filigran genug. Vor allem in der Tiefe und Vollmundigkeit gibt es
bessere Beispiele. Aber auf jeden Fall ein Bier, das man gerne und mit Genuß
trinkt. Fazit: Erste Bremer Hausbrauerei Wertung: + + + + - (t 02/03) PS: Vielen Dank an Rainer V. aus Bremen, der dieses Bier über hunderte von Kilometern sorgsam unfallfrei nach Bayern kutschiert hat. |
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