Schussenrieder Schwarzbier, Schussenrieder Erlebnisbrauerei, 88427 Bad Schussenried, BW, Deutschland, Alc.: 5,3% vol, 0,5l Mehrweg-Bügelverschlußflasche:
Da habe ich doch recht gesehen. Eine Bügelverschlußflasche ist es heuer. Wie bei deren Museumsbier. Der dicke Biertrinker ist immer noch auf dem Etikett. (Oder ist's der Brauer?) Eher wohl doch einer der Mönche, die hier Anno Dunnemals das Bierbrauen für sich entdeckten. Aber es gibt jetzt auch ein Rückenetikett mit den ganzen Angaben zu Inhalt, Prozenten und so weiter. "Erlebnisbrauerei Schussenried mit Deutschlands 1. Bierkrugmuseum". Auch das erfärt man dort.
Das sollte man sich mal für einen Ausflug vornehmen, wenn man mal wieder auf der Schäb'schen Alb zu tun hat. Biberach nach Süden und dann rechts ab...
Plopp und auf und mittel- bis dunkelbraun, leicht kupfern-rötlich und mit einem weichen hellen Schaum läuft's ins Glas. Duft? Keine Aussage. Irgendwie wie Kellertreppe, morgens, feucht. Oder Kornboden. Gerste ist dabei. TZum Start kommt sehr fruchtiges dunkles Malz. Leichte Säure spielt mit, also keineswegs die süffige Variante des süßen Röstmalzes. Kein Bonbon, eher etwas wie Walnuß mit Limo. Interessante Nuancen dunklen Malzes, Parade der mild-nussigen Geschmacksstoffe. Sehr aufgeregt scheint es. Dieser Anfangsstress legt sich bald, es wird ein durchaus malziger Genuss, der sich im Abgang mit dem sparsam eingesetzten Hopfen doch zu einer weicheren Gangart entschließt. Nicht gerade das Bier, das man als ausgesucht süffig bezeichnen mag, aber gefällig und weich verabschiedet es sich. Da freut man sich dann schon mal auf den nächsten Schluck. Raffiniert offenbaren sich die
Qualitäten erst zum Schluß, ein Bier, dass nicht gleich mit der Tür ins Haus fällt.
Fazit: Gut, weich und gefällig
Reinheitsgebot: Ja
Bewertung: + + + + + [D 01/07]
Schussenrieder Schwarzbier aus Schussenried in Baden-Württemberg:
Kaum zu glauben aber wahr. Keine Alkoholangabe, keine Adresse, nur der kleine Text: "Schwarzbraun ist die Haselnuss". Ach komm, echt? ! Ein Bild eines dicken Brauers in schlechter Qualität. Die Zutaten stehen noch dabei, sowie Haltbarkeitsangabe. Sonst nichts. Wer kann mir mehr Angaben liefern? Doch nun zum Bier. Dunkel und rotbraun schillert das kühle Nass im Glas. Der Schaum verschwindet zwar relativ flott, aber das schmälert die Qualität dieses Bieres keinesfalls. Ein frischer, süffiger, leicht toastiger erste Schluck eröffnet das Spiel. In Form einer defensiven, von Bauern gestützten Schacheröffnung zeigt sich die Taktik des Bieres durch gutes, würziges und herrlich abgerundetes Aroma, um mit einer Spanischen Finte den Gegner zu überraschen und plötzlich gefährlich offensiv nussig dazustehen, um dort erst mal dominant zu verharren. Mit einer unberechenbaren, verheerenden Schachmalz Offerte wird dem Gegner keine Chance zum Luftholen gelassen. Ein imposantes, variantenreiches Spiel, dass durch seine Flexibilität zu glänzen wusste. In jeder Situation erhaben. Doch durch die karge Art der Informationspolitik dieser Brauerei muss ich dem Bier einen ganzen Punkt abziehen. Schade.
Prädikat: Etikettenskandal
Wertung: + + + + (pat 01.02)