Schweriner Petermännchen Pils (5,4 %) 0,5er Flasche, Schlossbrauerei seit 1857 aus Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern:
Ein Pils mit 5,4 Touren ist eine Hausnummer. Der Schaum gibt sich Mühe, mit seinen mittleren Poren überzeugt er aber nicht voll in Sachen Cremigkeit. Der Stand ist gut. Auch das Volumen. Die Farbe ist für diesen Typus recht dunkel. Die Kohlensäure zieht in breiten aber raren Bahnen nach oben. Der Geruch ist überraschend hopfig, sehr grasig und erfrischend. Eine weit hinten liegende Chlorigkeit passt nicht ganz ins Bild, fällt jedoch kaum auf.
Nussiger, recht alkoholischer, beißender Antrank. Das ist alles andere als mild. Die Kohlensäure bizzelt aufdringlich. Das Aroma hat mit seiner nussigen Säuerlichkeit die Harmonie nicht auf seiner Seite. Der Geschmack ist scharf, fast beißend. Was ist das? - - - Mit der Zeit gewöhnt man sich an die Schärfe und man dringt durch zum Hopfen, der in seiner kraftvollen grünen Grasigkeit eigentlich gar keine schlechte Figur macht. Die Gerste stellt mittig eine recht süße Impression. Das Nussige wird nach einer kurzen Ruhepause in der Mitte zum Finish hin wieder aktiver. Der Geschmackskörper wirkt nicht wirklich kompakt, die Einzelheiten stehen eben für sich, spielen nicht einheitlich zusammen. Das Aroma ist zwar einerseits sehr intensiv, auf der anderen Seite übertreibt es aber in seinen Nischen und bietet aufbrausende, scharfe, spitze Nuancen. Das ist kein entspanntes, ruhiges Genießen, das ist fast schon stressig.
„Der gute Geist des Schweriner Schlosses gab diesem mild würzigen Spitzenbier nach Pilsener Brauart seinen Namen.“
Mild passt nicht. Würzig schon viel eher. Jedoch überrollt der Geschmack den Trinker regelrecht, lässt sich schwer einordnen und orten, wirkt nicht kompakt sondern strahlt über die gewünschten Ränder hinaus, das Bild verzerrt, wird unscharf. Milde, Bekömmlichkeit, Harmonie, Ruhe … findet man hier nur eingeschränkt. Vor allen das Saure und die viel zu grobe Kohlensäure dimmen den Trinkspaß stark nach unten. Vielleicht schmeckt dieses Pils vom Fass besser. Die Flaschenprobe, immerhin direkt in Mecklenburg-Vorpommern erstanden, ringt einem keine Jubelstürme ab. Man muss sich fast schon ein wenig animieren, um diesen Trunk regelrecht und zeitnah zu verköstigen.
Fazit: Zeitnah
Wertung: + + + [t 04/09]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt
Petermännchen Pils-Spezialität, Schweriner Schloßbrauerei, seit 1857, Schwerin, Mecklenburg-Vorpommern, 0,5l Mehrwegflasche, 5,6%vol
Petermännchen, das ist der Schweriner Schloßgeist. Ein goldhelles Pils ist er in dieser Flasche. Es kommt heraus, macht anfänglich einen guten Schaum, der ist nicht überragend standfest. Im Antrank ist es mild-malzig und hat wenig Tiefgang. Trotz der 5,6% erscheint es eine Nuance zu wässerig. Es ist ein passables Pils aber kein Musterbeispiel. Kein Anwärter auf einen Pokal, kann aber im Wettkampf um diesen mitlaufen und landet nicht unbedingt auf letzten Plätzen.
Fazit: man kann es trinken
Bewertung: + + + [d 03/08]
Schweriner Schlossbrauerei "Petermännchen", Pilsner, 5,6%, Schwerin: Dieses - nach dem Geist des Schweriner Schlosses benannte - Pils gleicht vom Äußeren her mit seiner tief goldgelben Farbe eher einem Lager oder einem Export und auch geschmacklich gibt zumindest der Antrank ein ähnliches Gefühl. Stark würzig und schwer kommt es daher. Erst der Abgang macht klar, warum es sich hier um ein Pils handelt, dann aber auch ziemlich abrupt, herb und heftig. Dieser tiefherbe Abgang springt wie ein Geist aus dem Nichts in dem Mundraum, verschwindet aber nicht ebenso schnell, sondern breitet sich nach allen Seiten aus wie ein Fluch, nicht wie ein Geist. Insgesamt ungewohnt aber nicht unlecker.
Prädikat: der Geist des Pilses
Wertung: + + + + - (pit 10/01)