Schwind Bräu Pilsener (4,8 %) 0,5er Flasche seit 1761 aus Aschaffenburg in Bayern:


Die 2009er-Version des „Echten Aschaffenburger“ besticht und überzeugt durch eine sehr frische und lebendige Hopfennote, die sehr grasig und leicht blumig auftrumpft. Frei, schwungvoll, kräftig, frisch. Das Blumige hat Ausdruck und Stil, wirkt fast ein wenig überbordend, dabei aber jederzeit kontrolliert. Im Hintergrund wirkt noch eine dezente nussige Impression, ein Schimmer Mandel, sowie etwas Öliges, in Ansätzen Ätherisches. Und als Krönung findet sich ein edler, eleganter Rosenschimmer. Das Wasser ist sehr weich, ausgewogen, seidig. Die Kohlensäure hat Schmiss, ist agil, perlig, vielleicht etwas überengagiert, dennoch bewahrt sich dieses Pils einen grundsätzlich weichen Charakter und einen sehr hohen Süffigkeitsfaktor. Eine deutliche Ansage in Sachen Aroma, Geschmack und Harmonie. Ein wirklich vorzügliches Pils mit herzhaft-würziger Ausstrahlung. Edle Ansätze. Eine vorbildliche und intensive Würze. Das Bekömmliche ist sicher nicht richtungweisend. Dafür passiert hier richtig was. Der Geschmack ist und bleibt spannend, vom Antrank bis ins Finish. Der Hopfen besittz eine außergewöhnlich interessante Ausstrahlung, einen sehr würzigen und herzhaften Charakter, bleibt jederzeit geschmiert, flüssig, ölig, ist nie zu trocken oder unnahbar, sondern wirkt lebendig, spielfreudig, schwungvoll. Der Geschmackskörper hat fast schon etwas forsches, jugendliches, auf jeden Fall frisches und erfrischendes. Das Grasige, Grüne wird umflort durch eine seidige, feine Blumenimpression. Das ist die Stärke dieses Bieres, diese intensive und authentische Blumennote. Die Gerste bleibt dezent im Hintergrund, bildet aber eine solide, bodenständige, unauffällige aber griffige Basis. Ein vorzügliches Fundament, auf dem sich der Hopfen nach Herzenslust austoben kann. Die Herbe ist hier nicht unbedingt das Hauptargument. Wer trockene, bittere Pilsbiere bevorzugt, der wird von der Helle und Farbigkeit dieses Pilseners überfordert sein. Freunde lebendiger, farbenfroher Gebräue kommen hier auf ihre Kosten. Der Hopfen verursacht ein herrliches Aromaspektakel, bleibt bei aller Spielfreude jederzeit im Rahmen. Der nussige Unterton passt wunderbar ins Gesamtkonzept. Tolles Pils und absolut empfehlenswert.

Fazit: Nach Herzenslust
Wertung: + + + + + [t 10/09]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen
Im Internet unter: www.schwindbraeu.de

Schwind Bräu Pilsner exclusiv, Schwind-Bräu Aschaffenburg-Schweinheim, seit 1761, Aschaffenburg, Bayern, D, Alc.4,8%vol., 0,5l Mehrwegflasche


Mittelblond, anfangs schaumstark und spritzig kommt es ins Glas. Malz kündigt sich hier schon an, macht einen frischen Malzduft, die Kohlensäure perlt munter. Schon mal gut, denkt sich der Biertester. Antrank: Das Malz kann sich gerade gegen den Hopfen behaupten. Trotzdem läßt es geschmacklich nicht viel offen. Ein frisches, leicht süßliches Malz. Der Hopfen haut dem dann gleich gehörig aufs Dach, das Bier wird zur Mitte hin und weiter immer herber. Als wenn sich der Hopfen noch entwickeln würde. Im Abgang bleibt ganz und gar eine leichte Bitterspur.
Der süßliche Anklang vom Beginn kommt bis zum nächsten Schluck nicht wieder vor.
Die anfänglich nette Schaumkrone verfliegt bald ins Nirwana. Das Wasser ist recht weich und macht mit der Kohlensäure den typischen Pils-Hintergrund. Die Stars im Vordergrund sind jedoch nicht auf besondere Harmonie ausgesucht. Steht es dann noch ein paar Minuten im Glas, verstärkt sich die Bitterspur weiter. Da wurde wohl etwas übertrieben mit dem Hopfen. "Feinherb gehopft" stelle ich mir irgendwie feiner, edler und harmonischer vor.

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen
Fazit: Harmonie gesucht!
Bewertung: + + + (d 11/05)

Schwind Pilsner exclusiv (4,8%) seit 1761 aus Aschaffenburg/Schweinheim:


Riecht relativ malzig für ein Pils. Die Farbe kräftig-gelb. Der Schaum steht vorbildlich und ist feinporig. Der Geschmack ist stark hopfig, wobei das Malz ein wenig zu kurz kommt. Auch verhält es sich ein wenig unharmonisch und läßt Weichheit und Cremigkeit vermissen. Im Abgang findet sich ein ziemlich kantiges Etwas. Es läuft nicht gerade rund und geradeaus. Das Bier hat eine unterschwellige Härte und Kantigkeit, die den Genuß in den Hintergrund drängt und die Süffigkeit verringert. Irgendwie fehlt ihm die Tiefe, die ein gutes Bier haben muß. Es wirkt ausgehöhlt und schmal. Ist es am Anfang noch trocken-herb und klassisch gehopft, so geht im bald die Puste aus und eine gewisse Leere macht sich breit. Es verpufft zu schnell. Und am Ende hat man dann eine recht künstlich wirkende, brüchige Wirkung über sich ergehen zu lassen. Man schmatzt dauern herum und versucht das Positive herauszuschmecken. Aber man versagt größtenteils. Da bietet das Distelhäuser doch etwas mehr Spielraum. Das Schwind hat zwar eine deutlich längere Brautradition aufzuweisen. Jedoch können es die Jungs aus dem Schweinheimer Stadtteil das nicht so recht umsetzen. Was auch noch auffällt ist das Wasser. Das kann man beim besten Willen nicht als weich bezeichnen. Das hat doch etwas hartes, säuerliches an sich. Vor allem nach ein paar Minuten, wenn das Bier an Frische verliert, verstärkt sich dieser Eindruck noch. Auch die Kohlensäure hat etwas Grobes an sich und wirkt nicht zum Vorteil. Gut. Jetzt habe ich diese Bier nochmals ein paar wenige Minuten stehen lassen. Tut mir leid. Das Schwind Pilsner exclusiv gewinnt mich nicht als Fan. Es hat etwas billiges an sich. Etwas unelegantes. Mag sein, dass es vom Faß besser schmeckt. Aber das tun ja wohl alle Biere irgendwo. Nein. Das Schwind ist ein Ausweichbier. Gut dann, wenn's kein anderes gibt. Außerdem befürchte ich, dass es nach ein paar Bomben Kopfweh gibt. Alles deutet darauf hin. Stößt hart auf. Schmeckt zum Schluß hin immer schlechter. Kommt über mittleres Niveau nicht hinaus. Riecht stark nach Fahne. Es hat zwar einen prägnanten Hopfenpush am Anfang, der einen durchaus kurz blenden kann. Aber beugt man sich genauer über dieses Pils, so erkennt man auch seine Defizite. Richtig hervorheben kann man eigentlich nur den Schaum. Der steht prima.

Fazit: Kein Klassiker
Wertung: + + + (t 10/02)