Sester Kölsch (4,8 %) seit 1805 aus Köln in Nordrhein-Westfalen:

Vergleichstest mit Sünner Kölsch.
Bessere Schaumbildung als beim Sünner. Mehr Volumen. Feinporiger. Straffer. Kompakter. Hält sich richtig gut und lange. Auch der Geruch ist hier intensiver, hat mehr Ausstrahlung und Potenz, wirkt gleichzeitig aber auch härter und kantiger, nicht so warm. Viel Hopfen und diese kölschtypische gerstig-malzige Note. Die Farbe ist ein sehr kräftiges, klares und goldenes Gelb.
Der Antrank ist klar hopfenbetont und über die volle Distanz recht bitter. Gut angehopft, klar umrissen und präsent. Allerdings auch etwas kantig, die Übergänge sind härter. Dafür zieht sich hier eher ein Roter Faden durch den Geschmack. Etwas mehr Klarheit und Ordnung herrscht hier. Das Sünner wirkt etwas latschig und nicht so straff. Der Hopfen dominiert. Die Gerste kommt von hinten raus dann etwas stärker. Auch eine recht kräftige Säuerlichkeit ist nicht zu übersehen. Die Vollmundigkeit ist aber niedriger. Da hat wiederum das Sünner einen Vorteil. Seltsam. Das eine wirkt zu Beginn überlegen, das andere steht hinten an. Nach einer Weile dreht sich der Spieß, das Vorteilhaftere verliert an Boden, der zu anfangs Unterlegene legt zu. Spontan hätte ich das Sester als das bessere Bier eingeordnet. Es hat mehr Kontrast und Kontur. Je länger ich es aber trinke, um so mehr wirkt es ungemütlich. Das Sünner ist weicher und wohliger, gemütlicher, hat die angenehmere Kohlensäure und das weichere Wasser, wobei hier das Brauwasser klarer und transparenter wirkt, die Kohlensäure klar härter. Auch das Säuerliche, das vor allem den Abgang ausfüllt, kommt mit der Zeit nicht gut an. Vielleicht ist das der Grund, warum das Kölsch in solch kleinen Gläschen ausgeschenkt wird … ? Hier jedenfalls habe ich es mit einer 0,5er Flasche zu tun, und der Fun nimmt mehr und mehr ab. Beiden muss man aber attestieren, dass sie keine Bäume ausreißen. Vielleicht liegt es an mir, jedenfalls komme ich mit den Kölsch nicht so ganz klar. Sie wirken mir recht trocken, oft säuerlich und die Gerste wirkt nicht selten spelzig bis unreif. So auch hier bei beiden. Das eine mehr, das andere weniger. Aber trocken sind sie alle beide, was in diesem Fall steif und etwas aufgesetzt wirkt.

Fazit: Beinahe Unentschieden
Wertung: + + + - [t 02/07]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfenextrakt, Hopfen