Störtebeker Premium Pilsner, Stralsunder Brauerei GmbH, Stralsund, Mecklenburg-Vorpommern, alc 4,9%vol., 0,5l Mehrwegflasche

Jede Flasche hat einen Kronkorken. Aber hier hat jede Flasche einen besonderen Kronkorken. Jeder zeigt einen Leuchtturm von Ost- und Nordsee. Wenn man genügend Störtebeker Pilsener trinkt, bekommt man eine beachtliche Galerie zusammen. Eine gute Idee. Aber ich hatte in einem 20er Kasten nur 7 verschiedene Motive. (Förderergemeinschaft von Brauereiwerbemittelsammlern e.V.: "Kronkorken 'Sehenswürdigkeiten von Nord- und Ostsee' zum schönsten Bierwerbemittel des Jahres 2009 gewählt") Das Bier selbst hat eine prächtige weiße Blume. Ein kerniger Geruch nach Gerste und Gerstenmalz strömt mir entgegen. Kernig, trocken, etwas spelzig und hart ist es am Anfang. Die Konsequenz ist: nicht zu kalt trinken. Über 15°C wird es milder, malziger, angenehmer. Obwohl das Malz hart und kernig erscheint, entfaltet es nun seinen urigen kräftigen Geschmack. Das Wasser ist weich, das mildert die Härte des Malzes zusätzlich. Insgesamt jedoch kann sich das Malz nicht so entfalten, wie es einem sehr guten Pilsner zusteht. Wenn es nicht so struppig daherkommen würde und ein wenig mehr von dem guten Hopfen zeigen würde, könnte es zu den besten des Nordens avancieren.

Reinheitsgebot: Ja
Fazit: Ein Pilsner des Nordens
Bewertung: + + + + [d 09/10]

Störtebeker Pilsener (4,9 %) gebraut und abgefüllt in der Hansestadt Stralsund von der Stralsunder Brauerei GmbH in der Greifswalder Chaussee seit ? aus Stralsund in Mecklenburg-Vorpommern:

Wer es noch nicht weiß: die Hansestädte Wismar und Stralsund wurden in den elitären Kreis des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Da gehört es sich eigentlich, auch ein dementsprechend gutes Bier zu brauen. Mit der alten Seeräuberkultfigur Störtebeker haben die Stralsunder schon mal ein sehr originelles Thema. DA sind wir ja mal sehr gespannt … Der Schaum gibt sich schon mal charmant und professionell. Feinste Poren. Schneeweiße Farbe. Großes Volumen. Harter Stand. Der Geruch ist markant, herb-hopfig, frisch, natürlich, herzhaft, sehr würzig, eigen, markant … sehr anregend. Und spannend. Das Gelb ist für ein Pils überraschend kräftig und pittoresk glanzfein.
Die Herbe ist diesem Pils ins Buch geschrieben. Hier herrscht Hopfen. Eine holzige, nussige, pilzartige Hopfeninterpretation sorgt für einen sehr eigenen, sehr markanten Ausdruck. Dunkle, schattige, jedoch nie dumpfe oder versteckte Aromen erzeugen eine spannende Atmosphäre. Das Holzige vor allem hat richtig Charme. Wasser wie Kohlensäure bewegen sich auf überdurchschnittlich hohem weichem Niveau. Der Geschmack wirkt sehr elegant, distinguiert, clubartig. Etwas Tabak ist erkennbar. Die Süffigkeit ist hoch, steht aber nicht im Mittelpunkt. Das übernimmt das Aroma, das vielschichtig, geordnet, kompakt und herzhaft-würzig auftritt. Herzstück des Geschmacks ist das Finish, das durch eine sehr ausgereifte, erwachsene Note gefällt, sehr standhaft und lang anhaltend ist und sehr eigenständig wirkt. Holzig. Pilzartig. Tabak. Etwas Leder und Waldboden. Das ist die Richtung, die man sich vorstellen muss. Sehr gelungen in meinen Augen. Das passt auf jeden Fall. Wer einmal das Glück hat, in die hübsche und sehenswerte Hansestadt Stralsund zu kommen, der soll sich Zeit nehmen und die Altstadtgassen mit Bedacht durchwandern. In den zahlreichen gemütlichen Kneipen sollte man unbedingt auf das Stralsunder Bier achten. Wird es ausgeschenkt, so ist der Abend gerettet. Ein vorzüglich würziges, herzhaft eigenständig und ungemein süffiges wie schmackhaftes und atmosphärisches Bier. Die Basis weich und rund. Das Malz mit einem Hauch Karamell. Der Hopfen in seiner Interpretation gewagt und markant. Tolles Bier. Allerdings kann diese Flascheneinheit nicht verhehlen, dass sie nicht mehr die frischeste ist. In einem Getränkeladen genau vor einer Woche erstanden, ist sie heute schon über dem Verfallsdatum, was ich vor Ort leider übersah. Somit „nur“ die 5. Vom Fass aber ist die Geschichte nochmals eine ganze Ecke besser. Dem Flaschenbier haftet eine leichte Dumpfigkeit, etwas „Altes“ an. Hundertprozentig frisch ist es nicht. Schade.

Fazit: Pilsener. Norddeutsch herb.
Wertung: + + + + + [t 04/09]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen
Im Internet unter: www.Stoertebeker.com

Störtebeker Premium Pilsner, alc 4,9%vol., 0,5l, Stralsunder Brauerei GmbH, Stralsund, Mecklenburg-Vorpommern:


Das Störti Pils erscheint mir nicht ganz so gut gelungen wie der Bruder - das Schwarzbier.
Die Farbe ist hell, der Schaum ist weiß und fein und nicht sehr standhaft. Die Kohlensäure kommt behäbig daher, das Bier ist nicht übermäßig lebhaft. Ausgewogen - ausgeglichen. Der Hopfen steht von Anfang an im Mittelpunkt.
Mit etwas mehr Glück bei der Auswahl des Malzes oder auch mit einem Wasser, das einen Tick weicher ist, gäbe es mindestens 5 Punkte. Ich tendiere hier zu vieren, das ist auch besser als jeder Durchschnitt.

Reinheitsgebot: Ja
Fazit: Nix für starke Piraten
Bewertung: + + + + (D 10/04)