Stephanus-Bräu Vollbier (4,5 %) seit ? aus Coesfeld in Nordrhein-Westfalen:
Drei Liter frisch gezapften Bieres aus Coesfeld, nicht weit entfernt
von der Grenze Hollands, das lässt sich gut an. Vor allem hat man
da so richtig Zeit die Sache zu testen.
Auffällig gleich zu Beginn ist der etwas chlorige Eindruck des
Wassers. Nicht schlimm. Dennoch bemerkbar. Obschon nach einer Weile,
so nach einem Liter, dieser Eindruck verschwimmt. Aber zuvor möchten
wir uns natürlich noch dem Schaum zuwenden, der hausbrauereitypisch
feinporig und cremig auftritt. Stand klasse. Volumen beachtlich. Die
Farbe ist leuchtengelb, recht hell, dazu naturtrüb eingedickt.
Der Geruch ist leicht korkig, sehr frisch und lebendig, leicht und unbeschwert.
... gut ... sehen wir vom etwas chlorigen Eindruck beim Wasser ab, ansonsten
aber ist dieses Bier ein sehr süffiges Projekt. Das Aroma hat eine
citrusfruchtige Grundlage, wirkt sehr erfrischend und spritzig, dazu
schlank und unbeschwert. Das Malz hat eine eher luftige Struktur. Der
Hopfen wirkt knackig und natürlich. Die Hefe hat vor allem im Abgang
gewicht. Sicher ist dies kein unbedingt übermäßig vollmundiges
Bier. Auch das Hausbrauereifeeling kommt nur zögerlich in Gang.
Trotzdem verfügt dieses Gebräu über eine grandiose Süffigkeit.
Das läuft wirklich fabelhaft glatt ab. In Sachen Raffinesse und
Individualität des Aromas erreichen die Coesfelder wohl keine Spitzenwerte.
Vielmehr liegt die Stärke dieses Bieres in seiner unaufdringlichen,
frischen, spritzigen, unbeschwerten Art. Leicht korkig in seiner Hefigkeit.
Der Geschmack der festen Zutaten natürlich und frisch, frei und
frank. Die Tiefe nicht richtig ausgelotet. Das Wasser zwar weich aber
mit –nach einer Weile- unbedeutenden Irrungen. Ansonsten aber
ein sehr flüssiger, angenehm fruchtiger, mit Orangenhaut, geschmacklich
gemeinst, versehenem, dezent hefelastigem Aroma, wenn man sich auch
mehr Hefeeinsatz gut vorstellen könnte, zur Vertiefung der Tiefe.
Reiß keine Bäume aus, macht aber Spaß. Mit 4,5 Touren
sicher auch kein Schwergewicht in Sachen Stammwürze. Auch das muss
man beachten. Somit ein doch stimmiges, süffiges, unkompliziertes
und vor allem gutmütiges Bier, das einem auch bei einem Inhalt
von 3 Litern nicht bange werden lässt. Das ist viel Zeug. Aber
der Samstag ist noch lang. Drum lasst uns jetzt der Worte sparen und
lieber die Gläser füllen.
„Stephanus-Bräu naturtrüb wird streng nach dem Deutschen
Reinheitsgebot von 15116 und unter Verwendung ausgesuchter Rohstoffe
handwerklich gebraut. Stephanus-Bräu naturtrüb ist ein Naturprodukt
und wird nicht gefiltert. So hat es noch alle Bestandteile und Vitamine,
die ihm seinen typischen süffigen Geschmack verleihen. Zum Wohlsein!“
Das Stephanus-Brauhaus ist die erste Gasthausbrauerei im Münsterland!
Fazit: Viel isses – und gut auch
Wertung: + + + +* [t 02/06]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Tiefbrunnenwasser, Gerstenmalz, Hopfen,
Hefe
Im Internet unter: www.brauhaus-stephanus.de
PS: Herzlichen Dank an Uli P. aus Dingden für
die Großanlieferung von 3 Litern Vollbier aus Coesfeld.