Sternquell Kellerbier, Seit 1857, Sternquell Brauerei, 08523 Plauen, Vogtland, Sachsen, Alc.: 5,0%vol, 0,5l Mehrwegflasche

Ein Schaum-Monster zaubert mir einen prächtigen cremefarbenen Bierschaum auf die hell-kupferfarbene Flüssigkeit. Gut, feinporig, kräftig. Ein netter Anblick. Der Geruch passt zu diesem Bild, ein leicht angeröstetes und kräftiges Malz, leicht süss wie beieinem Bockbier. Dann trinken und man hat alles, was wirklich auch einem Bock gut passen könnte: Frische, Frucht, Würze, Malz, Hopfen und weiches Wasser. Dies ist kein Bockbier, ein Kellerbier. Von naturtrüb sieht man nicht viel. Fast noch klar bleibt es. Im Abgang kommt etwas Bitteres mit. Nein - Hopfen ist es nicht, das kommt vom Malz. Seit 2007 hat dieses Kellerbier ehrlich dazugewonnen. Ein spürbarer feiner Hopfengeschmack in der Mitte, nicht vordergründig, wertet die Komposition noch auf. Das Bier hat feine Charakterzüge und ein gutes kräftiges Malz, wenig Süße und einen netten einladenden Schluß. Möchte man noch eins? Ein tolles "Gut" nach Plauen!

Gebraut nach dem Deutschen Reinheitsgebot: ja
Fazit: dazugewonnen!
Bewertung: + + + + + [d 09/10]

Sternquell Kellerbier, Sternquell Brauerei, Anno 1857,08523 Plauen, Vogtland, Sachsen, Alc.: 5,0%vol, 0,5l Mehrwegflasche

Naturtrüb, nicht pasteurisiert. Das ist große Mode. Jubiläums-Abfüllung. Welches Jubiläum? Ach ja, die Brauerei wird 150 Jahre alt. Wir gratulieren! Da gibt es etwas Neues aus Plauen, ein naturtrübes Kellerbier. Das gab es vor 25 Jahren maximal im Hochsommer, wenn man keine kühle Lagermöglichkeit für das Bier hatte. Die Künste des Pasteurisierens und die Filtertechnik moderner Brauereien haben uns dann lange Zeit vor trüben Bieren bewahrt. Jetzt ist es sowas von "in", die eigentlich unfertigen Biere zu
trinken. Und für die Brauereien spart das sogar noch Kosten.
Die Farbe dieses Bieres ist gut. Kupferrot pastell. Dazu riecht das Bier nach der Brauhefe. Der erste Eindruck ist daher eher mangelhaft. Der Antrank lässt dann aber die Bewertungspunkte wachsen. Unter dem recht standhaften feinporigen Schaum wächst ein Geschmack heran, der nicht zu verachten ist.
Gut malzig, frisch und prima würzig. Das ist so nicht ganz schlecht. Der Hopfen kommt etwas zu kurz, aber der Gesamteindruck wird dadurch nicht sehr geschmälert. Das einzige, was störend wirkt, ist der pappige Geschmack im Mittelteil. Sonst erscheint eine recht gelungene Süffigkeit, das Malz punktet klar. Das Bier läuft schön glatt und locker. Und auch reichlich sanft. Das muss das Wasser sein. Leider kommt im Abgang auch der Alkohol mit zum Vorschein, bei 5% nicht ganz üblich. Nicht 1005 stimmig, aber doch ein recht gut trinkbares Bier. Es erscheint nicht ganz fertig, aber das ist wohl auch beabsichtigt. Nicht grob und kantig, nicht ganz fertig eben.

Fazit: knapp fertig, süffig
Bewertung: + + + + (d 05/07)