Störtebeker Bernstein-Weizen, Stralsunder Brauerei GmbH, Stralsund, Mecklenburg-Vorpommern, alc 5,3%vol., 0,5l Mehrwegflasche

Weizenbier, schön schäumend und schön fruchtig im Geruch. Leicht trübe, viel Kohlensäure. Der Schaum ist weiß, fein und standfest. Die Farbe geht leicht hinüber ins Kupfer-gold, Bernstein in heller Version. Geruchlich ist eigentlich nur die Hefe auszumachen. Eine Spur Apfel vielleicht. Im Antrank kommt dann der Sommerapfel, wieder die Hefe und dann erst der Weizen. Sehr fruchtig ist dieses Weizen aus dem Hohen Norden. Sommer, Apfel und Zitrone. Nein nicht sauer, leichte fruchtige Aromen, die das Bier sehr frisch erscheinen lassen. Agil und leicht - so ist es wohl gewollt. Für den Ostsee-Sommerabend genau richtig. Ein Sommerbier, leicht, spritzig, fruchtig und lebendig. Der Hopfen ist Beiwerk, so kommt der auch nur am Rande in die Geschmacksfülle. Das Bernstein-Weizen hat nicht die großen Stärken der anderen Störtebeker-Biere, ist aber auch nicht unbedingt ein Tiefpunkt. OK - Störti war der Sage nach auch eher ein Schwarzbiertrinker. Gab es 1402 schon Weizenbier an der Ostsee?

Reinheitsgebot: Ja
Fazit: Gut für einen Sommer
Bewertung: + + + + [d 09/10]

Störtebeker Bernstein-Weizen (5,3 %) seit ? aus Stralsund in Mecklenburg-Vorpommern:


Feines Label. Stolzes, altes Handelsschiff mit aufgeblähten Segeln im Wind. Farblich schön abgestimmt. Das macht Stimmung. Auch in Bayern. Kapitaler Schaum feinster Poren und straffen Standes. Kompliment. Das steht im Glas wie eine deutsche Eiche. Unumstößlich und stolz. Die Farbe ist meines Erachtens nicht wirklich Bernstein. Dafür zu hell. Aber ich bin ja auch kein Ostseeküstenbewohner, um das wirklich beurteilen zu können. Das geht eher in Richtung Kupfer und Mais. Der Duft ist weizig, spelzig, strohig, gerstig. Das Malz verströmt wenig Süße, dafür Herzhaftigkeit. Der Hopfen mischt eine verhaltende Bitterkeit unter. Etwas herbe Vanille ist spürbar. Die Hefe klingt sehr ausgewogen und breitwandig an.
Der Antrank entwickelt deutlich mehr Süße, als es der Geruch hätte erwarten lassen. Eine vanilleartige, honigangehauchte und vor allem zuckrige Süße legt sich im Antrank und Mittelteil über alles. Der Weizen steuert da nur eine geringe Strohigkeit und Frische entgegen. Der Geschmack wirkt fast ein wenig zu schwer und passiv. Zwar wirken Vanille, Zucker und Honig recht mild. Aber eben zu schwerfällig. Der Hopfen ist kaum zu orten. Der Weizen ist allenfalls im Hintergrund merkbar. Ebenso die Hefe, die hält sich vornehm zurück. Bis zum Mittelteil schleicht sich der Geschmack eher dahin als dass er Lebendigkeit versprüht. Wenigstens im Abgang kommt Schwung ins Spiel und vor allem der Weizen ist es, der etwas Griffigkeit ins Aroma bringt. Auch die Hefe entwickelt etwas mehr Präsenz. Aber wirklich markant, vordergründig oder spannungsgeladen ist die Aromatik nicht. Aber auch nicht enttäuschend, keinesfalls. Faktisch hat man aber bei diesem Weizen irgendwie den Eindruck, dass es an wirklich gute Bayerische, der Heimat dieser Biere, nicht heranreicht. Aber Wasser und Kohlensäure sind überdurchschnittlich gut. Und für Freunde süßer Biere ist dieses Weizen durchaus ein Erlebnis. Wirklich herzhaft oder würzig ist dieses Hefe aber nicht. Dazu dominieren die zuckrigen Impressionen zu stark.
Gebraut und abgefüllt in der wunderschönen Hansestadt Stralsund von der Stralsunder Brauerei in der Greifswalder Chaussee 84. Ein beeindruckender und geschichtsträchtiger Ort stolz mit uralten Kirchtürmen aufragend direkt an der Ostsee. Fabelhafte Atmosphäre. Getränkt mit Hansehistorie. Unbedingt sehenswert. Und Bier brauen können die auch.

Fazit: Und Bier brauen können die auch
Wertung: + + + + [t 12/07]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Im Internet unter: www.stoertebeker.com