Stralsunder Lager (4,7 %) 0,5er Flasche, seit 1827 aus Stralsund in Mecklenburg-Vorpommern:


Wirbelnde Schaumstrudel schießen nach oben und bilden ein feines Bett. Die Poren sind filigran. Das Volumen opulent. Der Stand jedoch könnte etwas ausgeprägter sein. Dennoch ein gutes Beispiel. Die Farbe ist mittelgelb und leuchtet honiggolden, hält man das Glas in die warme Aprilsonne. Der Geruch ist malzig und vereint gerstig-herbe Elemente mit brauseartig-süßen, leicht citrusähnlichen Impressionen. Eine Spur Apfel ist vorhanden, reif.
Satter, vollmundiger Antrank. Geschmackreich herzhaft geht dieses Lager vom ersten Schluck an zur Sache. Ausgewogen. Würzig. Weich im Charakter. Packend in der Aromatik. Die Zutaten haben Schmiss. Das Zusammenspiel funktioniert außerordentlich gut. Das Wasser ist eine Wonne. Die Kohlensäure hat genau den Touch, den ein süffiges Bier braucht. Der Geschmackskörper ist fest, kompakt, nicht ausschweifend, konzentriert aufs Wesentliche. Und das ist in erster Linie ein gerstig-malziger, sehr lebendiger und frischer Grundton, der durch einen sanft-bitter aufspielenden, mit Citrusanleihen verfeinerten Hopfen umrahmt wird. Der Geschmack ist einerseits sehr weich und mild, dennoch kommt eine kraftvolle Würze durch, die zwar gezähmt, jedoch nicht glattgebügelt ist. Ein Bier mit Freiraum und Charakter und genügend Entfaltungsspielraum. Keine großen Experimente. Hopfen. Malz. Mehr nicht. Das aber in guter, reiner, herzhafter Kultur. Ein Hauch Apfel ist auch im Aroma vorhanden. Nicht ganz perfekt die Vollmundigkeit über die ganze Distanz. Ist der Antrank noch tief, so verliert sich das Volle nach hinten hin etwas. Im Finish löst sich die gute Ordnung dann auch ein stückweit auf, so dass dieser Part sicher nicht das Sahnestück des Aromas ist. Dennoch ein sehr erfrischendes, spritziges, malzaromatisch gut abgestimmtes Bier mit Zug und hohem Süffigkeitsgrad. Ein Hauch zu ehrlicher Trockenheit raubt diesem Lager die die Chance auf eine höhere Wertung.

Fazit: UNESCO-Bier
Wertung: + + + + - [t 04/09]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen
Im Internet unter: www.stralsunder.de oder www.alte-brauerei.com

Stralsunder Lager, Premium Pommeranium, Gebraut und abgefüllt von der Stralsunder Brauerei, Stralsund, MP, alc. 4,7% vol, 0,5l Mehrwegflasche, seit 1827:


"ERFRISCHEND, SPRITZIG, MILD" sowie "fassfrisch - schmeckt wie frisch vom Faß" - das wird dem Bierfreund, der die Flasche vor sich hat schon mal in den Mund gelegt. Spritzig sprudelnd läuft das Bier ins Glas, aus dem Zapfhahn wäre es nicht schöner anzusehen. Die Blume macht einen standhaften Eindruck. Der Eigengeruch hält sich anfangs sehr zurück, es könnte ein leichtes Malz werden. Mehr nicht? Also trinken. Das Bier ist erstaunlich weich und hat ausreichend Kohlensäure, um das Prädikat "SPRITZIG" zu rechtfertigen. Süsslich-mildes Malz gibt den Ton an, Hopfen ist nicht allzuviel verwendet worden. Gerate ich in dieser Woche nur an leichte Biere? Leicht, süffig mild und eine gewisse Spritzigkeit. Ein Bier aus der Brauerei des großen Störtebeker Bieres, das durchaus nicht zu verachten ist. Die Komposition ist gelungen, obwohl sie mit etwas mehr Hopfen kerniger ausgefallen wäre. Leicht bis zum Abgang. Leicht, mild, glatt.

Fazit: Ein milder Nordwind
Zutaten: Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen
Bewertung: + + + + (D 02/05)