| Sun Lik Beer (5,0%): Wenn die Hitze so drückend wird,
das jedes Kleidungsstück trieft und klebt. Wenn das Dachzimmer bei jedem
Schritt nach oben unheilvoller erscheint und sich abweist. Wenn der Kühlschrank
selbst auf höchster Stufe den Inhalt nicht mehr kühlt. Wenn die Bewegung
an sich die Daseinsberechtigung verliert. Wenn das hohe Grad mit aller Macht
das Haupt hernieder drückt. Dann. Ja genau dann. Dann kommt die Zeit von
Sun Lik Beer aus Asien. So kalt als möglich muß es sein um das heiße Gemüt
abzumildern. Bei jedem tiefen Schluck muß es regelrecht Zischen und Dampfen,
so dass der Rachenschlot nicht überhitzt. Die innere Schwüle treibt es aus
wie den frechen Beelzebub. Der Magen schmerzt und sträubt sich, so kalt
ist das, was Einlaß findet. Das Blut dampft heiß und schwer in der Schläfe
und findet keine Rast und Ruh. Die Stirn tritt vor und droht zu glühen.
- - Das Bier kommt auf den ersten Blick aus dem fernen Osten. Feine orientalische
Schriftzeichen sowie der obligatorische Drachen im Label. Der Herkunftsort
die Philippinen. Aber wenn der Schweiß eben mal nicht quer durch die Iris
rinnt liest man, dass dieser Saft in England gebraut wird. Dort, wo es in
der Regel besonders kühl ist. Enttäuschend. Aber der Brauort wischt auf
Anhieb alle Zweifel weg: Shepherd Neame in Favershame/Kent. Die konstruieren
auch das gute Spitfire. Also alles in Butter. Das Aroma ist passabel. Das
kühle Bier erfrischend. Keine schmale Gasse des Südens, die sich von diesem
Bier nicht fächeln ließe. So fernöstlich das Äußere dem Trinker anmutet.
So vertraut ist der Einfluß eines eiskalten Schluckes Sun Lik Beer: Man
streckt die Beine weit von sich, lehnt sich träge zurück, blickt halb aphasisch
an die Decke, folgt stumpf dem Rotor und fühlt die sich langsam herab windenden
Schweißbäche und denkt ganz langsam: Kühlen muß ich mich! Noch ein eiskaltes
Sun Lik, bevor mir die Lebensgeister entglühen. Fazit: Das tropische Hitzebier aus dem kühlen England Wertung: + + + + (t 07/01) |
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