Torgauer Doppel Caramel (1,5 %) seit ? aus Torgau in Sachsen:
Also das ist wirklich die absolute Grenze in Sachen Bier. Das tendiert schon fast hin zum Malzbier. 1,5 Umdrehungen; nicht die Welt. Umso verblüffender der Bügelverschluss.
Auch der Inhalt deutet eher auf ein Malzbier hin. Farbe und Schaum erinnern stark daran. Der Geruch lässt an Haferflocken, Holz, und viel Malz denken. Und nun der Antrank ... Puuuh. Na ja. Lecker Ding. Aber kein Bier im eigentlichen Sinne; nicht wirklich. Extrem süß. Sehr süffig, das muss man zugeben. Intensiv im Geschmack, aber das liegt wohl an dem ganzen Zucker bzw. Glucosesirup, der beigemengt ist.
Welche Zielgruppe die Torgauer mit diesem Trunk erreichen wollen, ist mir nicht ganz klar. Zwar hat es im Gegensatz zu einem „richtigen“ Malzbier einen Schuss mehr Pep. Dabei ist es aber weit entfernt von einem „richtigen“ Bier. Vor allem diese alles überklebende Süße ist echt ein Problem. Ein Biergefühl kommt nicht auf. Na ja. Wie auch immer. Wer mal was richtig klebrig, papig, zähes und honigartig süßmalziges mit einem Schuss Alkohol probieren will, der kann es ja mal mit dem Torgauer Doppel Caramel versuchen. Wer aber BIER trinken möchte, der wird mit diesem Ding sein Problem haben.
Ach ja. Da fällt mir vielleicht doch noch eine Zielgruppe ein: Eltern, die ihre Kinder nicht ins Bett kriegen. Eine Flasche von dem Zeugs und die Kids haben die nötige Bettschwere ...
Fazit: Betthupferl
Wertung: n.m. (t 07/04)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Nein
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Glucosesirup, Farbstoff E 150 c, Hopfen
PS: Hier die Auflösung von Dieter M. aus Jena:
"Doppel Caramel" war in der DDR das Synonym für "Karamalz". Und genau das isses! Das ist eigentlich auch kein Bier im Sinne von Bier! Für Sportler ein energy-drink, für Schüler ein energy-drink. Ohne Altersbeschränkung zu kaufen. Es wurde auch "Mutterbier" genannt, weil's für werdende und stillende Mütter sehr geeignet war, erstens wegen der Calorien und zweitens wegen der minimalen Prozente und dem hohen Malzanteil, die vielleicht auch den Säugling, der die Muttermilch dann trank, ruhiger schlafen ließ."