Torgauer Landbier, Neue Brauhaus GmbH, 04860 Torgau, Sachsen 5,5%vol, 0,5l Bügelverschluß-Mehrwegflasche
Ein neues Outfit und GmbH statt AG. Beides neu, beides macht neugierig, da von mir
2004 letztmals getrunken. Es ist mir als ein leichteres, aber durchaus bodenständiges
helles Bier in Erinnerung. Jetzt leuchtet eine rote Morgensonne hinter dem Namen, weiter
vorn gibt es noch ein Banner: "herhaft würzig". Schaum ist da, wird aber schneller weniger
als ich's in Erinnerung hatte. Großporig, weiß, knisternd und schrumpfend. Der Biergeruch ist so wie er sein soll, Hopfen und Malz. Frisch und nicht 100%ig weich. Ein paar Kanten sind geblieben. Das Malz ist strohig, hakelig, Gerstenstroh. Es tendiert zu fruchtig, aber spelzig und gerade noch nicht zum Punktabzug. In der Mitte kommt Ruhe ins Geschehen, der Schaum ist auch weg. Das Stroh vom Antrank ist aber auch weg und das ist gut so. Jetzt kommt das ganze Malz, der fruchtige Körper und das annehmbare Brauwasser. Äh - Hmmm... da war doch noch was? Wo ist der Hopfen? Gerochen hatte ich welchen. Werde ich alt oder hat mich da etwas hinters Licht geführt? Wenig oder ganz ganz milder Hopfen, hier jedenfalls nicht mehr zu spüren.
Im Abgang kommt dann auch noch der Alkohol. Ein Geschmack nur, aber er ist da. Bei 5,5%
schon... jetzt ist es aber kein leichtes Bier mehr, es gibt ganz schön Rätsel auf. Kräftig, kernig, strohig am Anfang, malzig rund in der Mitte und Alkohol im Abgang. Da spürt man nichts von einer klaren Linie, recht verschnörkelt und rätselhaft bleibt's. Das Malz hat es ehrlich versucht, der sparsam dosierte Hopfen konnte hier nicht helfen, es scheint so, dass man hier noch weiter probieren sollte, ein wenig mehr Harmonie hineinzubringen. Trinken kann man es auf der Durchreise, einen ganzen Kasten davon würde ich mir nicht in den Keller stellen.
Fazit: auf der Durchreise
Bewertung: + + + - [d 10/08]
Torgauer Landbier, Brauhaus Torgau Aktiengesellschaft, 04860 Torgau, 5,5%vol, umweltfreundliche Pfandflasche:
Versichert wird neben dem Reinheitsgebot, dass nur Braugerste und Hopfen aus kontrolliertem Anbau verwendet wird. Das Bier kommt aus einer Bügelverschlußflasche und läuft mit prickelndem Geräusch unter Schaumentwicklung ins Glas. Sogar der großporige Schaum prickelt. Dabei löst er sich allerdings bald auf. Mit schöner haltbarer Blume war nix bei diesem Landbier. Übrig bleibt nach einer halben Minute ein Anblick von einem englischen Bier. Helle Flüssigkeit mit Schaumresten in einem Glas. Na denn...
Helles Bier. Landbier. Rundes weiches Malz, frisches nicht zu lange gedarrtes helles Malz, man schmeckt den Gerstenkeim. Wo bleibt der Hopfen, ach ja - kurz vor dem Abgang schummelt er sich auf die Zunge, leichtwürziger Typ. Nicht so ganz ausgewogen aber ganz gut trinkbar. Spritzig aber malzlastig und hopfenarm. Der frische Malzgeschmack macht Bier süffig mit einem leicht süßlichen Unterton. Vorsicht ist schon geboten, wenn man
auf den Appetit kommt und vom vermeintlich leichten Bier mehrere kurz hintereinander schlürft. 5,5% - leicht wie's schmeckt ist es nicht gerade.
Reinheitsgebot: Ja
Fazit: gefährlicher leichter Typ
Bewertung: + + + + (Dieter 02/04)
Torgauer Landbier (5,5%) seit ? aus Torgau in Sachsen:
"Hopfen und Malz - Gott erhalt's" - Sehr sinniger Spruch auf der Bügelverschlußflasche. Das Aroma ist malzlastig und nur schwach gehopft. Die kräftig gelbe Farbe unterstreicht die vollmundige Würzigkeit, die zum einen malzig-sanft ist, zum anderen aber auch ein paar willkommene Unregelmäßigkeiten in Form von einem etwas struppigen, heuartigen Geschmack aufweist. Dazu kommt noch eine Spur Orangenschale. Im Abgang findet sich dann etwas leicht Scharfes, das den Gesamteindruck nach unten korrigiert. Nicht schlimm aber doch merkbar. Ist es am Anfang trotz recht forscher Kohlensäure noch ordentlich ausgewogen, so holpert es zum Ende doch etwas vor sich hin. "Gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot. Für unser Torgauer Landbier verwenden wir nur Braugerste und Hopfen aus kontrolliertem integrierten Anbau aus unsere Heimat. Da weiß man, was man trinkt!" Sicher kein schlechtes Bier. Aber in seiner Unregelmäßigkeit doch etwas kurz angebunden. Es gibt Biere, deren Stärke ist das Abwechslungsreiche, die Überraschung, Herausforderung. Beim Torgauer Landbier gelingt dieser Spagat nicht so sauber. Es überwirft sich hie und da. Man vermißt etwas den roten Faden bzw. den kompromißlosen Ausbruch. Das Torgauer hat aber in jedem Falle einen merklichen Ausdruck und wirkt eigenständig. Wenn nur diese Schärfe, dieses leicht Beißende nicht wäre... Aber es ist. Dazu fordert es den Tester zu wenig heraus. Plätschert ein bißchen vor sich hin. Und so verdient sich dieses Bier lediglich eine 4.
Fazit: Kein Thriller
Wertung: + + + + (t 01/03)