Urbräu Vollbier Hell (5,0 %) gebraut von der Dimpfl Bräu seit ? aus Furth im Wald in Bayern:
Zweckmäßiger Schraubverschluss. Nicht wirklich traditionell aber ungemein praktisch. Herrlich frischer Hopfenduft. Grün. Grasig. Leicht ätherisch. Klar. Rein. Natürlich. Eine spelzig-gerstige Note gibt dem Duft eine gute Abrundung. Der Schaum ist schneeweiß und auch sonst blendend in Schuss. Poren, Stand und Volumen genügen höchsten Ansprüchen. Die Farbe ist recht hell und klar.
Der Hopfen steht im Fokus. Keine Frage. Sehr grün. Leicht gemüseartig. Grasig. Nicht zu bitter und schon gar nicht trocken oder holzig sondern saftig, leicht ölig. Das Malz gibt sich spelzig, leicht strohig, erfrischend. Die Zutaten haben einen sehr natürlichen Ausdruck, man kann beide Zutaten genau orten. Sie wirken scharf umrissen und klar, finden trotz hohen Selbstbewusstseins und großer Eigenständigkeit harmonisch zueinander. Sie ergänzen sich hervorragend. Das Wasser ist ausnehmend weich. Die Kohlensäure rezenz aber nicht zu agil. Die Süffigkeit ist aufgrund des vollen und würzigen, schmackhafte-gemütlichen Aromas äußerst hoch. Der Charakter ist bekömmlich und mild. Eine nussige Impression gibt sich noch ein Stelldichein. Das Bier ist lebendig und ausgewogen zugleich. Das Aroma trägt trotz aller Intensität eine bürgerliche und ländliche Ader in sich. Man fühlt sich gleich beim ersten Schluck hingezogen und wohl.
“Ein untergäriges Bier, edel gehopft, sehr mild und feinwürzig im Geschmack. Selbstverständlich gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516.“
Eine Freude, dieses Bier zu trinken. Die hochwirksame Würze schafft es, weder abgehoben noch zu elitär aufzutreten. Sie gibt dem Trinker das gute Gefühl, etwas handgemachtes und normales zu trinken. Bei aller wundervollen und edlen Würze bewahrt sich dieses Helle Vollbier ein großes Stück Normalität und tritt fast bescheiden auf. Ein ausgesprochen anregendes und beschäftigendes Bier, das gleichzeitig besänftigt und entspannt. Spannende Aromafacetten tun sich auf, entblättern sich, wirken ein, finden zueinander und bilden am Schluss etwas ganz Großes. Der Hopfen verfügt über ein überdurchschnittlich großes Spektrum und hat unheimlich viel Würze wie Ausdrucksstärke. Eine grasig-ölig-ätherische Nussigkeit sowie eine ansprechende Blumigkeit prägt ihn. Die Gerste ist forsch, frisch, vorwärts drängend und verhilft diesem Hellen zu einem soliden Fundament genauso wie zu einem lebendigen Malzleben. Einzig ein leichtes Defizit im Reifebereich der Gerste verhindert die 6. In der Summe aber eines der Biere, die man oft sein Leben lang sucht, manche unbewusst, und nicht findet. Man fühlt sich sofort heimisch. Schon der erste Schluck führt in den heimischen Hafen.
Fazit: Abgefüllt Dimpfl Bräu, Furth im Wald.
Wertung: + + + + + - [t 05/08]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Malz, Hopfen, Hopfenextrakt
Im Internet unter: www.dimpfl.de
Urbräu: Dieses Bier braut die Dimpfl Brauerei aus Furth im Wald. Und das machen die so was gut. "Hopfen und Malz - Gott erhalt's." Das ist deren Wahlspruch. Und das kann man beim Genuß dieses Gebräus nur unterstreichen. Was für ein leckeres Stöffchen. Die Kohlensäure ein Gedicht. Die Farbe reinstes blond. Der Geschmack führt einen in ein kleines Märchenland. Da kommt Cinderella um die Ecke und Rapunzel bietet ihr einen Schluck dieses kühlen Bieres an. Das tapfere Schneiderlein erscheint und verlangt entschieden auch ein Glas. Rumpelstilzchen läßt nicht lange auf sich waren und fordert ebenso einen Becher ein. So sitzen sie und trinken Bier bis mit einem Mal Schneewittchen durch die Tür kommt und nach Schnaps riecht. Sie schreit: "Bier her, Bier her oder ich zieh mich aus." Hänsel brüllt: "Schafft mir meine Schwester weg. Ich möchte das Mädel nackich sehen." Da kommt Rotkäppchen hinein und rümpft empört die Nase: "Wie kann man sich nur so gehen lassen?" Doch schon spielen die Bremer Stadtmusikanten eine zünftige Polka und das Volk gibt sich jolend hemmungslos dem Urbräu hin...
Fazit: Märchenbier
Wertung: + + + + + + (t 08/01)