Wäldches Kirschbier (2,5 %) seit 1988 aus Frankfurt in Hessen:

Was für eine Farbe. Himbeerrotes Bier und schweinchenrosa der Schaum. Puh. Stark kirschartiger Geruch. Dieser recht herb, nicht zu süß oder klebrig. Vom Bier dringt nur ein Hauch nach oben. Das Fruchtige ist zu dominant.
Nimmt man den Schluck, schlägt die Kirsche ein. Eindeutig und sehr präsent. Überpräsent nach meinem Geschmack. Bin prinzipiell kein Freund dieser Biermixgetränke, obschon es gelungene Exemplare gibt. Das Frankfurter Hausbrauhaus Wäldches Bräu hat mit dieser Komposition zwar schon dick gepunktet: Vize-Weltmeister 2004/2005 beim World Beer Cup. Mir ist das aber zu weit weg vom eigentlichen Sinn. Schmeckt lecker. Ist sehr süffig und erfrischend. Lebendig wie spritzig. Aber das Bier sucht man meines Erachtens zu sehr. Nur weit hinten und mit viel Konzentration kann man es aus der ansonsten (angenehm) fruchtigen Komposition herausschälen.
„Wäldchens Kirschbier. Wir haben in unserer ehem. Hausbrauerei mit historischen Fruchtbierrezepten experimentiert. Unter kritischer Beurteilung und Empfehlung der Gäste haben wir über Jahre daraus das Kirschbier entwickelt. Der Alkoholgehalt wurde auf 2,5 % reduziert und die dominante Säure mit einer süßen Note maskiert. Die rot-samtene Farbe des Schaumes reizt zum Genießen. Erleben Sie das kirschige Aroma und den vollen Geschmack.“
Ehemalige Hausbrauerei?! Gibt die es denn nicht mehr? Müssen wir prüfen. Bleibt noch anzumerken, ob Empfehlungen und Beurteilungen von Gästen der optimale Weg ist, ein Bier zu kreieren. Viele Köche verderben bekanntlich den Brei … nicht aber hier, denn unter gewissen Aspekten und aus bestimmten Blickwinkeln gefällt dieses Bier. Bier? Nun ja. Dieses Getränk.

Fazit: Ehemalige Hausbrauerei?!
Wertung: n.m. [07/08]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Nein
Inhaltsstoffe: zu viele
Im Internet unter: www.waeldches.de