| Warbacher Hefe Weißbier (5,3%) aus Bayern/Unbiskant: Der
optische Eindruck des Getränks ist schon mal verheerend. Warbacher! Setzen!
Sechs!! Da purzeln Hefeklumpen mit dem letzen Rest aus der Flasche ins Glas,
die sehen aus, als hätte ein Schwarm Tauben rein geschissen. Echt unappetitlich.
Aber gut. Erst mal setzen lassen. Der Geruch ist relativ normal mit Hang
zum Scharfen. Ach ja. Ich habe noch nicht erwähnt, das dieses Gebräu in
einem Lidl-Markt erstanden wurde und man den Herkunftsort vergeblich sucht.
Es stammt aus Bayern. Soviel läßt sich erkennen. Aber ein Warbach gibt es
im Freistaat nicht. Auf dem Etikett steht nur noch: Hergestellt für die
LIDL-Stiftung Neckarsulm. Na denn... Hmm. Der erste Eindruck schwankt zwischen
mittelmäßig und mangelhaft. Dazu schwemmt es ständtig diese Schwebpartikel
beim Trinken hoch. Das sieht echt widerlich aus. Das Aroma hat etwas fruchtiges,
das schwach an Citrus erinnert. Das Malz schmeckt man zusammen mit der Hefe
heraus. Dazu mischt sich noch etwas wässrig-butterartiges. Das Ganze spielt
mehr oder minder harmonisch im Orchester. Aber auf keinen Fall habe ich
hier ein Weizen vor mir, das den Genießer vom Hocker reißt. Eher ist das
Warbacher Hefe ein Bier, welches dem Trinker auf mittlerem Niveau die Zeit
vertreibt. Allerdings bietet es einen konkurrenzlos günstigen Preis und
eine originelle Pulle, die man aber garantiert niemals mehr als Pfandflasche
los kriegt. So weit so gut. Bis hierher ist alles noch irgendwo im grünen
Bereich. Aber langsam nähere ich mich dem Glasboden und dort lauert etwas
Glibbriges, das aussieht, als hätte sich ein Plasmamonster nach zu vielen
Schleimburgern ins Glas übergeben. Und das nimmt mir eindeutig die Motivation.
Puh. Jetzt schwimmt so ein beige-brauner Knoten schon an der Oberfläche.
Shit. Wie das aussieht... Da muß man schon viel Vaterlandsliebe besitzen,
um diese Soße weg zu trinken. Am Glasboden hockt dieser Brei und grinst
mich an, wartet nur darauf, mit den letzten Schlücken in meinen Schlund
zu kriechen. Gut. Noch ein Zug, dann höre ich auf. Diesen Gefallen tue ich
diesem Glibber nicht. Auch wenn das gegen eine der Goldenen Testregeln verstößt:
"Trinke dein Glas immer leer. Egal wie schlecht das Bier schmeckt." Dieses
Glas kann man nicht austrinken. Diese Soße ist zu eklig. Und der Geschmack
verintensiviert sich zum Schluß hin nach jedem Schluck in Richtung pure,
sandige Hefe. Das kann man keinem zumuten. Hätte ich am Anfang noch eine
gute 3 vergeben, so müßte man für den Schluß die Warbacher eigentlich mal
besuchen und zur Rede stellen. Das ist echt zu krass. Und das Verfallsdatum
läuft erst in 9 Monaten ab! - - - Wer das austrinkt, der hat keine Skrupel
mehr. Fazit: Katastrophaler Schluß Wertung: + - (t 07/02) |
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