Wippraer Pils (4,7 %) Brautradition seit 1480 aus Wippra in Thüringen:


Oha. Der Schaum hat schon mal beachtliches Format. Besser geht es kaum. Der Geruch hat etwas von kaltem Hähnchen. Und natürlich auch hopfiges. Farblich mittelgelb für ein Pils, sehr klar und glänzend.
Der Geschmack ist auf jeden Fall interessant. Wenn auch etwas ungewöhnlich ... Etwas erinnert an Leder. Vielleicht auch Tabak. Dazu recht. Auch trocken. Das Wasser ist gut. Die Kohlensäure etwas zu stark, wenn auch nicht sprudelig. Im Abgang tritt etwas schwach säuerliches auf. Das ist aber nur marginal. Dazu quillt aber auch etwas süßes auf. Seltsam. Sehr abwechslungsreich. Aber auch etwas ungeordnet. Der Hopfen hat Charakter. Aber auch etwas entfernt metallisches ist dabei.
„Wippraer Pils. Dieses herb-frische Pils mit ausgewogener, feiner Hopfennote wird aus hochwertigen Rohstoffen entsprechend alter Brautradition der Museumsbrauerei Wippra nach überlieferter Rezeptur hergestellt. Dabei halten wir uns genau an das deutsche Reinheitsgebot, das schon im Jahre 1516 vom Bayern-Herzog Wilhelm IV. als das älteste Lebensmittelgesetzt erklärt wurde.“
Frisch ist es. Die Würze ist auch nicht zu verachten. Aber die Wärme und Tiefe, die Ruhe fehlt ihm etwas. Es kommt nicht die rechte Stimmung auf. Etwas zu unharmonisch, wenn auch von ausgewogen im Text der Brauerei gesprochen wird. Ein Bier, das irgendwie noch den roten Faden zu suchen scheint, noch nicht richtig ausgereift wirkt, wenn auch die Ausgangsposition eine gute ist. Knapp an der 4 vorbei.
„Hergestellt für die Museumsbrauerei 06543 Wippra“.

Fazit: Gute Ausgangsposition
Wertung: + + + -* (t 06/05)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen
PS: Unser Dank gilt wieder einmal Gunther R., der uns dieses Bier organisiert hat.