Wittinger Pilsner (4,9 %) 0,33-Liter-Flasche, Privatbrauerei,
Gründungsjahr 1429 (!) aus Wittingen in Niedersachsen:
Klassische 0,33er Bombe, die, die so gut in der Hand liegen. Trockener,
heuartiger Hopfenduft. Zurückhaltend, nicht sonderlich auffällig.
Das Gelb ist klar und gelb. Der Schaum gibt sich prächtig, gut
in Form, schneeweiß, die Poren sind fein, der Stand formidabel,
das Volumen pilstypisch hoch.
Trockenes Pils, etwas unnahbar, wenig geschmeidig, der Hopfen bitter,
wenig ölig, trocken eben. Nussige Nuancen sorgen für etwas
Stimmung. Das Malz verströmt eine leicht strohige Laune. Einst
wurde mir gesagt, es gebe zwei Sorten des Wittinger Pilsbieres. Das
kann ich nachempfinden, denn das einstmals vom Fass getrunkene, das
war richtig gut. Die Flaschentypen sind aber nicht wirklich berauschend.
Auch das Label sieht ja nicht wirklich attraktiv aus. In etwas so schmeckt
auch das Bier selbst. Trocken. Distanziert. Etwas belegt. Größtenteils
zwar frei von Störaromen. Aber auch nicht wirklich zutraulich.
Dabei können die Wittinger doch auf eine mehr als respektable Tradition
zurück blicken. Seit 1429 wird dort gebraut. Wirklich vom Hocker
reißen tut einen das Flaschenpils aber nicht. Ganz anders das
Fassbier. Zumal im Finish die Sache dann doch leicht künstlich
in der Trockenheit wird, nicht wirklich dramatisch, jedoch auch nicht
wirklich charmant.
Fazit: Wenig zutraulich
Wertung: + + + - [t 10/10]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hopfen