Zischke Kellerbier Dunkel (5,4 %) Königsbacher Brauerei seit
? aus Koblenz in Rheinland-Pfalz:
Hier die klassische und gern gesehene Bügelverschlussflasche,
die uns mit ihrem unnachahmlichem Geräusch die Trinklust ins
Hirn leitet. Das Etikett ist sicher nicht die Krönung der Gestaltungskunst,
wirkt aber doch irgendwie stimmig. Der Schriftzug ist gelungen. -
- Schaumbildung Extraklasse. Ein mächtiger Pfropf baut sich da
über der etwas durchsichtig-mittelbraunen Flüssigkeit auf.
Guter Stand. Malziger, röstiger, wilder, etwas kantiger Geruch.
- - Der Beginn kann sich ja noch sehen lassen. Hier wallt eine Malzwand,
die mit röstigen Einschlüssen verfeinert ist, kurz auf,
um dann aber bald einem ziemlich lauen Mittelteil Platz zu machen,
der mit einem metallischen Intermezzo in einen trockenen, unspektakulären
Abgang mündet. Das Aroma wirkt größtenteils dünn
und überfordert. Zwar ist der Antrank noch recht verheißungsvoll,
jedoch ist das nur ein kurzes Aufbäumen. Ab der Mitte geht’s
leider bergab. Vor allem dieser trocken-malzige Eindruck nimmt dem
Geschmack die Grundlage bzw. Entfaltung. Das Wasser ist passabel,
die Kohlensäure gut eingestellt. Hier kann das Kellerbier aus
Koblenz Pluspunkte sammeln. Aber das Aroma ... das kann nicht wirklich
überzeugen. Vor allem fragt man sich: „Wo bleibt die in
den Zutaten aufgelistete Hefe?“ Von dieser Ingredienz keine
Spur.* Es wirkt leer und kraftlos sowie teilweise künstlich gelagert.
Wobei man klar sagen muss, dass dieser metallische Ton das größte
Übel ist, wäre das nicht, so könnte man sich durchaus
ein ordentliches Bier vor den geistigen Mund projizieren. Mit dem
Original das mir zur Verfügung steht kann man aber nicht gänzlich
zufrieden sein. Wirkt eher als Stückwerk denn als harmonisches
Ganzes. Und der Nachgeschmack bleibt fast völlig aus, kann sich
nicht ins rechte Bild rücken. Schade. Denn die Idee und Aufmachung
ist ja gar nicht so daneben. Kellerbier. Ist immer gut. Und die Flasche
samt Label kann sich doch auch sehen lassen. Der Inhalt: verbesserungswürdig.
Definitiv. Es macht keinen großen Spaß dieses Bier zu
trinken. Dazu ist es zu unterkühlt, trocken, aromatisch eingeschränkt,
teilweise bieruntypisch im Geschmack. Irgendwie möchte man sich
nach jedem Schluck den Mund abputzen. Tja. Was geben? - - - Gut. Schrauben
wir das Positive in den Vordergrund, und das ist eindeutig dieser
malzig-röstige und auch kräftige Antrank. Der Hauptkritikpunkt,
dieses trocken-metallische, kann man theoretisch dem Fassbier absprechen.
So bleibt das laue Restaroma, das den Trinker, und schon gar nicht
den Genießer, nicht vom Hocker reißt. Gut. Einigen wir
uns auf Unentschieden. Gerade noch eine 3.
Fazit: Putz mir den Mund
Wertung: + + + (t 01/05)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Inhaltsstoffe: Wasser, Malz, Hopfenextrakt, Hopfen, Hefe
PS: Vielen Dank an Markus J., der uns diese Biersorte
aus Koblenz besorgt hat.
*PPS: Selbst nach ausgiebigem und - behutsamem- Ausschwenken
kommt diese nicht ins Spiel. Entweder Fehlinformation des Etiketts
oder beim Brauvorgang vergessen worden zuzugeben oder einfach zu schwach
auf der Brust.