Zwölf Apostel Hell (3,8%) seit 1990 aus Frankfurt: Diese älteste Gasthausbrauerei Frankfurts ist ein richtig gemütliches Örtchen. Der urige und nur gedämpft beleuchtete Bierkeller gibt einen optimalen Rahmen ab. Nur mit dem Begriff "...älteste Gasthausbrauerei..." irritiert. Zumal die Herren Ober widersprüchliche Angaben über das alter machten. Der eine sagte, er sei sich sicher, dass seit 1990 selbst gebraut. Der andere sagte, die Wirtschaft wurde in den frühen 80ern gegründet, wisse aber nicht genau, ob schon von Anfang an selbst gebraut wurde. Na ja. Jedenfalls gibt's dort selbst gebrautes. Diese kupferne naturtrübe Sorte hat einen absolut eigenen Geschmack. Es hat ein fast übermäßiges fruchtiges Aroma. Man findet Apfel, Citrus und Pfirsich obwohl das Malz die Oberhand behält und der Hopfen, vor allem zum Schluß hin, erkennbar ist. Es schmeckt zwar sehr naturbelassen, aber es verlangt einiges ab. Man kann es nicht einfach so trinken oder testen. Es beschäftigt stark. Ungewöhnlicher, gewöhnungsbedürftiger Geschmack. Zweifellos süffig, obschon es viel zu sprudelig daher kommt. Seltsam nur, das der Schaum so schwach ist. Und der schmale Geschmackskörper ist in diesem Falle nicht unbedingt negativ zu verstehen. Tja. Zum Glück sind wir heute zu zweit unterwegs. Alleine möchte man dieses Bier gar nicht bewerten. Zu ungewöhnlich schmeckt es. Wirklich eigen. Und wir sind immer noch am überlegen, ob dieses eigentümliche Geschmacksbild positiv oder negativ anzusehen ist. Einig sind wir uns darüber, das dieser Bierkeller ein absolut passender Ort für einen ordentlichen Schoppen darstellt. Die Kellner sind gut drauf, das Bier ist auf jeden Fall süffig und trinkbar und aus den Boxen orgeln die guten alten 80er-Jahre-Hits. Muß man gesehen haben. Gut. Und der Gerstensaft? Wir haben uns auf folgendes Fazit geeinigt: Ein schwach dünnes Bier mit ausgeprägtem Eigencharakter. Geschmacklich sehr ungewöhnlich und sicher nicht jedermanns Sache. Aber sehr natürlich und originell. Und so gibt es eine gute 4.
Fazit: Muß man gesehen haben
Wertung: + + + + (minerl & t 07/02)