"Bier
ist unter den Getränken das nützlichste, unter den Arzneien das schmackhafteste,
unter den Nahrungsmitteln das angenehmste."
Das wussten schon die griechischen Philosophen. Alle wichtigen Vitalstoffe
wie Vitamine, Kohlenhydrate, Mineralstoffe und organische Säuren sind
in gelöster und in vom Körper leicht aufnehmbarer Form (!) vorhanden.
Als einziges Getränk enthält Bier Hopfen. Daher gilt Bier auch als ein
"mildes Beruhigungsmittel (ohne müde zu machen) und appetitanregendes
Bittermittel". Die ideale Trinktemperatur liegt zwischen 7 und 9 Grad
Celsius. Bier niemals zu rasch erwärmen (dafür rasch schlucken)
oder schockkühlen. Es sollte möglichst frisch getrunken werden. Für
mehr als sechs Wochen sollte man einen Hausvorrat nicht anlegen (So
ein Unsinn (Anm. d. Red.)) - danach können Geschmackseinbußen auftreten.
1. EINLEITUNG Bier, alkoholisches Getränk, das durch Gärung aus
Getreide und anderen stärkehaltigen Körnerfrüchten gewonnen wird. Das
meiste Bier wird aus zu Malz verarbeiteter Gerste hergestellt und mit
Hopfen gewürzt. In Deutschland hergestelltes Bier unterliegt dem Reinheitsgebot:
Es darf ausschließlich aus Gerstenmalz, Hopfen, Hefe und Wasser gebraut
werden. In Japan, China und Korea wird Reis für die Herstellung verwendet
(es wird dort Sake, Samshu oder Suk genannt), in Afrika sind es u. a.
Hirse und Mohrenhirse (Sorghum). Der russische Kwass wird aus vergorenem
Roggenbrot und Früchten hergestellt.
2. HERSTELLUNG Da sich Stärke nicht vergären lässt, ist für das
Bierbrauen ein weiterer vorbereitender Schritt notwendig, der die Stärke
in abbaubaren Zucker umwandelt. Dies geschieht durch den Prozess des
Mälzens, wobei die Gerste angekeimt und dann zur Beendigung des Keimens
sowie zur Bildung von Geschmacksstoffen geröstet wird. Zur Sakeherstellung
wird der Reis mit dem Pilz Aspergillus oryzae versetzt, was einen ähnlichen
Effekt hat. Oft werden gemälzte und ungemälzte Körner gemischt, da eine
reine Malzbräu in der Herstellung zu teuer wäre. Die geschroteten Körner
werden gründlich mit heißem Wasser vermischt, woraus eine zuckrige Lösung
entsteht, die Würze genannt wird. Nun werden auch aromatisierende Substanzen
(wie Hopfen, Kräuter oder Gewürze) hinzugefügt und mit der Würze eingekocht.
Durch die Zugabe von Brauzucker soll der endgültige Alkoholgehalt des
Bieres erhöht werden. Der abgekühlten Würze wird dann Hefe hinzugefügt,
die einen Teil des Zuckers zu Alkohol und Kohlendioxid vergärt.
Der Stammwürzegehalt bezeichnet den Anteil an löslichen Substanzen in
der Würze vor der Gärung, er wird in Prozent angegeben. Viele Biersorten
werden unterschiedlich gelagert, bevor sie in Flaschen, Dosen oder Transportfässer
abgefüllt oder aus Fässern direkt gezapft werden. Die meisten Sorten
enthalten 3,5 bis 5 Prozent Alkohol, der Alkoholgehalt kann allerdings
von 2 bis 14 Prozent schwanken.
3. BIERSORTEN In Europa gibt es eine ungeheure Vielfalt an Farben,
Geschmacksrichtungen und Stärken, und alle Stufen des Brauvorgangs unterliegen
ständigen Veränderungen. Trotzdem besteht in Abhängigkeit von der verwendeten
Hefe ein grundlegendes Unterscheidungsmerkmal. Biere, die man mit obergärigen
Hefen herstellt (d. h. die Hefe schwimmt auf der gärenden Würze), werden
obergärige Biere (englisch Ale), diejenigen mit untergärigen, am Boden
der Würze wirkenden Hefen untergärige Biere (englisch Lager) genannt.
Die obergärigen Sorten fermentieren bei etwa 15 bis 25 °C relativ schnell
und können bereits wenige Tage nach Ende der Gärung gezapft werden.
Untergärige Sorten hingegen fermentieren langsamer bei 5 bis 9 °C und
müssen noch bei etwa 0 °C zwischen drei Wochen und drei Monaten gelagert
werden (daher die englische Bezeichnung). Obergäriges Bier wird mit
12 bis 18 °C wärmer serviert als untergäriges Bier (7 bis 10 °C). Obergärige
Biere gab es bereits mehrere Jahrhunderte vor den untergärigen Bieren.
Ungeachtet dessen stellen die milderen untergärigen Biere heute weltweit
den überwiegenden Biertyp dar, während andere Biersorten mit einem kräftigeren
Geschmack kleinere Marktanteile besitzen. Zu diesen Sorten gehören die
halbdunklen, obergärigen Biere (englisch Bitters) mit einem kräftigen
Hopfengeschmack, das India Pale Ale, eine in Großbritannien und bei
amerikanischen regionalen Brauereien verwendete Bezeichnung für ein
sehr kräftiges, alkoholreiches Bier, Mild Ale, ein mildwürziges, dunkles
Bier mit einem geringen Alkoholgehalt (etwa drei Prozent), Stout, ein
Dunkelbier aus stark geröstetem Malz, ist manchmal süßlich mit geringem
Alkoholgehalt, häufiger aber trocken und bitter mit vier bis zehn Prozent
Alkohol, Porter, ein leichtes Stout, Scotch Ale, ein vorwiegend malziges,
gelegentlich süßes, obergäriges Bier mit nur wenig Hopfen gebraut, und
Barley Wine, ein sehr starkes, obergäriges Bier, das meist in Flaschen
verkauft wird. Cask Ale oder Real Ale sind englische Bezeichnungen für
Biere, die auf dem Hefesatz einer zweiten Gärung oder Reifung unterzogen
werden. Sie werden direkt vom Bodensatz gezapft. Trappisten-Biere sind
starke, obergärige Biere, die in einem der sechs Trappistenklöster gebraut
werden. Fünf der Klöster liegen in Belgien und eines in Holland. Das
Bier wird oft mit Resten von Zucker und Hefe abgefüllt, so dass in den
Flaschen eine Nachgärung stattfinden kann (dieser Vorgang der Flaschengärung
wird auch bei anderen Biersorten, besonders in Belgien und Frankreich
verwendet). Altbier ist in Deutschland ein bekanntes obergäriges Bier.
Als Bockbier wird ein starkes, oft dunkles, untergäriges Bier bezeichnet,
Doppelbock ist noch stärker. Rauchbier wird mit geräuchertem Malz hergestellt.
Einige Biere sind nach den Städten benannt, in denen sie ursprünglich
hergestellt wurden. Das bekannteste ist das Pilsener oder Pils aus Pilsen
in der TSCHECHISCHEN REPUBLIK ein goldfarbenes, untergäriges
Bier mit einem kräftigen Hopfengeschmack und einem trockenen Finish.
Das bayrische Münchener steht für ein dunkles, untergäriges Bier und
das Wiener für ein bernsteinfarbenes, untergäriges Bier. Das Burton
Ale (aus Burton-upon-Trent in Staffordshire, England) war der Vorläufer
des modernen kräftigen English Bitter (ursprünglich Pale Ale genannt).
Sein Geschmack wurde durch das gipshaltige Wasser der Stadt geprägt.
Ein weiterer Biertyp wird aus gemälztem oder ungemälztem Weizen und
gemälzter Gerste hergestellt. Diese Biere werden als Weißbiere oder
Weizenbiere bezeichnet. Sie haben einen leichteren, fruchtigeren und
säuerlicheren Geschmack als das Gerstenbier, ihre Krone ist schaumiger
und ihre Farbe im Allgemeinen heller. Meistens werden zur Herstellung
von Weizenbieren obergärige Hefen eingesetzt, so dass sie eher zu den
ober- als zu den untergärigen Bieren gehören. Berliner Weiße haben einen
geringen Alkoholgehalt und werden, wie viele Weizenbiere, mit dem Hefesatz
ausgeschenkt. Lambic wird unter Verwendung wilder Hefen in Belgien hergestellt.
Ein Verschnitt aus altem und jungem Lambic wird als Geuze bezeichnet.
Die belgischen Fruchtbiere wie Kriek (Kirsche) und Framboise (Himbeere)
werden meist aus Lambic und nicht aus Malzbier hergestellt.
4. GESCHICHTE Nach der ägyptischen Mythologie lehrte Osiris,
der Gott der Landwirtschaft, die Menschen die Kunst des Bierbrauens.
Für das ägyptische Bier wurde Gerste in Töpfen angekeimt und die Malzmaische
durch wild wachsende Hefen vergoren. Ein spanischer Archäologe der Universität
Barcelona berichtete 1997, er habe bei Ausgrabungen in der Provinz Lerida
im Nordosten Spaniens Spuren von fast 3 000 Jahre altem Bier entdeckt.
Das älteste (mit Mohrenhirse hergestellte) Bier der Welt aus dem achten
Jahrtausend vor Christus wurde nach Angaben des Wissenschaftlers im
Sudan gefunden. Hopfen wird seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. verwendet.
In den nordeuropäischen Ländern braut man seit Beginn der Christianisierung
Bier. Heute haben fast alle nichtmuslimischen Industrienationen ein
eigenes Braugewerbe, das vor allem untergäriges Bier herstellt. Die
wichtigsten Bier produzierenden Länder sind die USA, Deutschland und
Großbritannien. Literatur Jackson, Michael Bier International Hallwag-Verlag,
Bern und Stuttgart 1994 Das knapp 300 Seiten starke Werk liefert einen
interessanten Überblick über die klassischen Bierstile Jackson, Michael
Bier - Über 1.000 Marken aus aller Welt Hallwag-Verlag, Bern und Stuttgart
1995 Die Fibel zum nachschlagen: Neben Hintergrundinformationen wird
der Biergeschmack auch mit Sternen bewertet. Narziß, Ludwig Abriß der
Bierbrauerei Enke Verlag Stuttgart 1995 Lohberg, Rolf Das Große Lexikon
vom Bier und seinen Brauereien Scripta Verlags Gesellschaft mbH, Stuttgart
1984 Umfangreiches Standardwerk mit mehreren Kapiteln über die Biergeschichte
- leider nicht neu aufgelegt Ist Bier gesund? Die Vorstellung, Bier
sei ein gesundheitsförderndes Getränk, ist weit verbreitet. Man kann
annehmen, dass er aus dem Mittelalter stammt. Aber im Mittelalter wurden
auch noch Frauen als Hexen verbrannt. Man tut also gut daran,die alte
"Weisheit" nach heutigen Maßstäben zu überprüfen. Ist Bier "flüssiges
Brot"? Die Redewendung vom "flüssigen Brot" geht auf die mittelalterlichen
Klosterbrüder zurück, die ihre Fastenzeiten zu überbrücken hatten. Getreu
dem Leitsatz "Flüssiges bricht Fasten nicht" brauten sie sich ein besonders
kalorienreiches Nährbier. Die entbehrungsreiche Zeit dürfte ihnen so
leichter gefallen sein, und verlief sicher auch viel fröhlicher. Tatsächlich
haben die Mönche damit einiges von ihrem Nahrungsdefizit ausgleichen
können. Denn schon ein Glas 'normales' Kölsch enthält etwa so viele
Kalorien wie ein Brötchen, nämlich rund 100. Wer also auf Zechtour geht
und z.B. 2l Kölsch verdrückt, der hat seinem Körper so viel Brennwert
zugeführt wie jemand, der 10 Brötchen verputzt hat. Und je mehr Alkohol
ein Bier enthält, umso höher ist auch der Brennwert des Getränks. Uns
hat dabei besonders überrascht, dass ein Glas Cola, trotz des vielen
Zuckers, den dieser Soft Drink enthält, im Schnitt nicht mehr Kalorien
hat als ein durchschnittliches Pils. Macht Bier dick? Biertrinken regt
den Appetit an und lockert auch die Selbstkontrolle; und so kann es
schnell passieren, dass einer mehr isst, als für ihn gut wäre. Und schließlich
enthält Bier ja auch kein Fett, kann also auch nichts ansetzen. Das
klingt ganz logisch, ist aber nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich wird
auch der Alkohol vom Stoffwechsel des Körpers verbrannt - daher auch
die hohe Kalorienzahl. Energie, die der Körper nicht nutzen kann, wandelt
er aber in Fett um. Einfach gesagt: unser Körper hat keine Alkoholspeicher,
aber er hat Fettspeicher. Der "Bierbauch" bringt's dann irgendwann an
den Tag. Wer schlank bleiben will, sollte es mit Alkoholfreiem versuchen.
Ist Bier eine Medizin? Bier soll bei Gicht helfen, Knochenbrüche sollen
schneller heilen, Nierenkranke erleichtert es angeblich, und es soll
bei Tuberkulose und Blutverlust die Rekonvaleszenz beschleunigen. Wer
unter Schlafstörungen leidet wird ebenso zum Biertrinken aufgefordert,
wie der, der Verdauungsbeschwerden zu beklagen hat. Wir haben uns einmal
ausgemalt, wie wohl der Beipackzettel des 'Medikaments' Bier aussähe,
wenn man nur die wichtigsten Punkte aufführte. Unser Pseudomittel heißt
'Cervosan' (von cervesia, lateinisch für Bier). Gerbrauchsinformationen
Bitte sorgfältig lesenCervosanZutaten: Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, WasserWirkstoffe:
Größtenteils UnbekanntZur oralen Applikation. Anwendungs-gebiete- Als
Beruhigungs- und Schlafmittel- Bei Vedauungsbeschwerden- Zur Vorbeugung
von Nierensteinen- Als Ergänzung zur Schlankheitsdiät- Als physiologischer
Energiespender bei akuten Erschöpfungszuständen- Zur Stabilisierung
und Erhaltung des HaarwuchsesCervosan ist das medizinische Allheilmittel
mit den geballten Naturkräften aus Gerstenmalz, Hopfen und Hefe.Bei
akuten Stresssymptomen wirkt es beruhigend, und kann auch als leichtes
und bekömmliches Schlafmittel eingesetzt werden.Zur Förderung der Verdauung
trinken sie ein bis zwei Glas (200 - 500 ml) zu jeder Mahlzeit. Das
streng natriumarme Tonikum eignet sich besonders für den Nierenkranken,
da es diuretisch wirkt. Bei Apetitarmut empfehlen wir ein Glas vor der
Mahlzeit.Cervosan enthält kein Fett und wenig Kohlenhydrate. Sein physiologischer
Brennwert liegt mit 177Kj pro 100gr weit unter dem von Brot (ca. 1000Kj).
Damit eignet es sich hervorragend zur Nahrungsergänzung bei Kuren und
Diäten.Als Energiespender ist Cervosan für den Leistungsträger kaum
verzichtbar. Es spendet dem erschlafften Organismus schnell und effektiv
neue Kraft.GegenanzeigenNicht gemeinsam mit anderen Medikamenten verwenden.
Patienten, die empfindlich auf Alkohol reagieren, sollten die Therapie
unter ärtztlicher Kontrolle durchführen.WarnhinweisFür Spätfolgen und
Schädigungen, die aus missbräuchlicher Anwendung resultieren, übernimmt
der Hersteller keine Haftung. Das Schlafmittel "Bier" Tatsächlich würde
Bier eine Zulassung als Medikament niemals erhalten. Die Zahl seiner
Inhaltsstoffe wird auf ca. 10.000 geschätzt, von denen eine Vielzahl
noch gar nicht erforscht ist. Zudem sind die Wirkungen, die unser Beipackzettel
zitiert bisher auch nur aus der Erfahrung bestätigt. So auch die angeblich
schlaffördernde Wirkung.
Es lässt sich nicht genau sagen, woher dieser Effekt kommen soll. Ist
es der Stoff Methylbutenol, dessen Urprung im Hopfen liegt? Hopfen ist
der Naturheilkunde schon lange als Beruhigungsmittel bekannt. Kein Wunder:
er ist ja auch der nächste botanische Verwandte der Cannabis-Pflanze.
Es geht das Gerücht, der Sinn des Reinheitsgebotes habe darin gelegen,
den beruhigenden Hopfen als Bierzutat festzulegen und so für ruhige
Untertanen zu sorgen. Was immer von solchen Geschichten zu halten sei
- der Nachweis, dass die Hopfenbestandteile das Bier zum Beruhigungstrunk
machen, steht noch aus . Vielleicht ist es am Ende doch nur der Alkohol,
der uns entspannt und einschläfert. Wirkt Bier harntreibend? Bisher
ist eindeutig nur der Alkohol als Diuretikum (harnabführende Substanz)
identifiziert. Bier enthält daneben Hordenin, eine aus der Gerste stammende
Substanz, die als Diuretikum bezeichnet wird. Genauere aktuelle Studien
zum Hordenin liegen aber nicht vor, und in der heutigen Medizin wird
der Stoff nirgends verwendet. Außerdem enthält Bier aber noch eine Zaubersubstanz,
die sehr stark diuretisch wirkt: Wasser. Die Nieren reagieren auf das
Flüssigkeitsvolumen, das dem Körper zugeführt wird. So banal es klingen
mag: wenn viel getrunken wird, dann wird auch viel ausgeschieden. Mit
Mineralwasser kann man hervorragend Flüssigkeit austauschen und trotzdem
leere Wasserspeicher auffüllen. Das Wasser des Bieres aber wird gleichzeitig
mit dem Alkohol aufgenommen: der Biertrinker scheidet mehr aus, als
der, der die gleiche Menge Wasser trinkt, auch wenn im Körper Wassermangel
herrscht. Wer Sport getrieben hat, sollte also seinen Durst niemals
mit Bier zu stillen versuchen. Regt Bier die Verdauung an? Bier regt
die Produktion der Magensäure an. So viel Säure, wie das Bier hervorbringt,
braucht der Magen aber gar nicht, wenn er eine normale Mahlzeit verdaut.
Die Überschüsse können einiges anrichten: Die Magenschleimhaut wird
gereizt, auf Dauer möglicherweise geschädigt, die Speiseröhre kann bei
Überschwappen der Säure ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden
(Sodbrennen). Schuld daran sind einige beim Gärungsprozess entstehende
Säuren, die dem Bier möglicherweise auch entzogen werden könnten. Das
Resultat wäre ein magenfreundlicheres Getränk.
Hier noch ein Tipp!
Wenn man am Abend kräftig zugelangt hat, kann der Stuhlgang am nächsten
Tag etwas dünnflüssig ausfallen. Das liegt daran, dass der Alkohol auch
die Darmwände kräftig reizt. Wer jetzt den morgendlichen Kater mit dem
Schmerzmittel Salicylsäure bekämpft, der tut genau das Falsche, denn
sie hat dieselbe Wirkung auf den Darm wie das Bier. Der Durchfall bleibt
noch länger erhalten. Unser Fazit??? Es besteht kein Grund das Bier
zu verteufeln. Es ist eine unserer vielen kleinen lieb gewonnenen
alltäglichen Sünden. Aber wer Bier anpreist, als würde es Wunderdinge
für unsere Gesundheit leisten, der überspannt den Bogen. Wissenschaftlich
gesicherte Fakten, die positive Wirkungen des Bieres belegen, sind äußerst
rar. Nährwert für ein durchschnittliches Pils pro 100 g Wasser 92 g
Mineralien und Spurenelemente 0.2 g Proteine 0.5 g Ethanol 4 g Kohlenhydrate
3,2 g Der Rest enfällt auf organische Säuren und minimale Spuren von
Fett. nach: Souci, Fachmann, Kraut: Nährwerttabellen. Der Flaschentest
Ist Ihnen das auch schon mal passiert? Sie sitzen im Sommer draußen
im Garten und genießen ein "kühles Blondes". Doch nach einiger Zeit
bekommt das Bier einen penetranten Geruch und Geschmack. Wir wollten
wissen, ob diese unangenehme Geschmacksveränderung auch bei falscher
Lagerung in (geschlossenen) Bier-Flaschen auftritt. Außerdem interessierte
uns, wie groß der Einfluss der Flaschenfarbe ist. Neben der bekannten
braunen Flasche wird Bier schließlich auch in grünen Flaschen verkauft.
Und im Ausland sind sogar weiße üblich. Dass die meisten Brauereien
in Deutschland allerdings ihr Bier in braune Flaschen abfüllen ist kein
Zufall. Schon 1875 konnte man im "Lehrbuch der Bierbrauerei" nachlesen,
dass "in Flaschen aus weißem Glase sich durch die Einwirkung des Lichtes
das Bier sehr gern verändert, indem es bald einen üblen Geruch und Geschmack
annimmt...". Bis eine Erklärung für das Phänomen des so genannten Lichtgeschmacks
gefunden wurde, dauerte es allerdings noch mehr als 100 Jahre. Die UV-A-Strahlung
im Licht führt zu einer organischen Reaktion von Bitterstoffen des Hopfens.
Das entstehende Methyl-Buten-Mercaptan hat einen so durchdringenden
Geschmack, dass schon Konzentrationen von 1 ppb ausreichen, um es aus
dem Bier herauszuschmecken. Diese Konzentration entspricht etwa einem
Stückchen Würfelzucker in 2,7 Milliarden Litern Wasser. Unsere Hypothese
bezüglich der Flaschenfarbe und deren Auswirkung auf den Lichtgeschmack:
· Das Bier in den weißen Flaschen wird am meisten geschädigt. · Das
Bier in den braunen Flaschen wird kaum geschädigt. · Das Bier in den
grünen Flaschen wird deutlich geschädigt. Um einen fairen Vergleich
zu ermöglichen, füllten wir in einer Pils-Brauerei während des normalen
Abfüllprozesses das Bier in braune, grüne und weiße Flaschen. Jeweils
zehn der verschiedenfarbigen Flaschen lagerten wir über fünf Tage bei
teilweise bedecktem, teilweise sonnigem Wetter in einem Garten. Zehn
braune Flaschen deponierten wir hingegen als Referenzflaschen in einem
kühlen Keller. Neun Profi-Verkoster einer anderen Brauerei hatten schließlich
die Aufgabe, diese vier Biere in einem "Rangfolgentest" zu verkosten.
Was wir ihnen auftischten, wussten die Experten allerdings nicht. Sie
bekamen die im Nebenraum gekühlten und eingeschenkten Biere in braunen
Testgläsern vorgesetzt. Geruch, Geschmack, Intensität und Güte der Bittere,
Hopfenaroma, Vollmundigkeit, Rezenz und Güte des Bieres waren die Bewertungskriterien.
Selbst für die Fachleute fiel das Urteil überraschend eindeutig aus.
Sie konnten kaum glauben, dass wir ihnen ein und dasselbe Bier vorgesetzt
hatten - lediglich in verschiedenfarbigen Flaschen abgefüllt und falsch
gelagert. Die Mitarbeiter vermuteten eher, dass wir dem Bier z.B. "Rohöl
zugefügt" hätten. Hier das zusammengefasste Ergebnis: lfd. Nr. Flaschenfarbe
/ Lagerung Punkte Rangfolge 1 braun, Sonne 32 1 2 weiß, Sonne 9 4 3
braun, Keller 29 2 4 grün, Keller 20 3 Das Bier aus den weißen Flaschen
landete unmissverständlich auf dem letzten Platz. Schon beim Öffnen
entwichen übelste Gerüche. Das in den grünen Flaschen gelagerte Bier
schmeckte zwar nicht gar so penetrant; aber ein Genuss war es beileibe
nicht. Und es gab noch eine Überraschung: Die braune Flasche schirmte
die schädigende UV-A-Strahlung so gut ab, dass die Verkoster hier kaum
einen Unterschied herausschmecken konnten. Im Ergebnis schnitt das in
der Sonne gelagerte Bier bei diesem Test sogar einen Hauch besser ab,
als das im Keller gelagerte. Aber das war vielleicht auch nur Geschmackssache.
Die Grafik verdeutlicht die sehr gute Schutzwirkung von braunem Glas
und erklärt, wieso die schlechte Lagerung unserem Test-Bier nichts anhaben
konnte. So bleibt Ihr Bier lange frisch: Kaufen Sie Bier möglichst in
braunen Flaschen. Achten Sie beim Einkauf darauf, dass die Bierflaschen
nicht dem Tageslicht ausgesetzt sind. Selbst das Licht aus Leuchtstoffröhren
kann nach einigen Wochen zu den beschriebenen Geschmacksverschlechterungen
führen. Lagern Sie das Bier dunkel u n d kühl; z.B. im Keller (vor allen
Dingen, wenn Sie eines der wenigen Biere in grünen Flaschen bevorzugen).
Bei richtiger Lagerung bleibt das Bier selbstverständlich auch in grünen
Flaschen schmackhaft. Das PharaonenbierBier selber herzustellen ist
vom Verfahren her recht einfach. Komplizierter sind die Beschaffung
der Rohstoffe und die apparative Ausstattung. Wir hatten uns vorgenommen,
mit minimalen Mitteln auszukommen - selbst auf genaue Temperaturkontrollen
und auf das Filtrieren haben wir verzichtet. Auch die alten Ägypter
werden ein technisch einfaches Verfahren angewendet haben, um an ihr
Bier zu kommen. Wir sind davon ausgegangen, dass die Ägypter gleichzeitig
gemälztes und ungemälztes Getreide verwendet haben und dass sie ihr
Bier mit Früchten wie z.B. Datteln geschmacklich aufgewertet haben.
Das Getreide hatten wir von einer Mälzerei im Kölner Raum bezogen, die
Hefe kam von einer Kölner Brauerei und die Datteln hatten wir in einem
Reformhaus gekauft. Beraten und geholfen hat uns Thomas Zoll von der
Versuchs- und Lehranstalt für Brauereiwesen. Die Zutaten: Dattelsaft,
Gerstenmalz, Brauweizen, obergärige Hefe, Wasser Das Rezept: 500
Gramm Datteln entsteinen, pürieren und mit einem Liter Wasser versetzen.
Dann mit der Hefe beimpfen und bei Zimmertemperatur 2 bis 3 Tage angären
lassen. 1 Kilogramm Gerstenmalz und 500 Gramm Weizen mahlen, in ein
Liter Wasser einrühren und zu einem Brotteig verrühren. Den Teig in
eine Kasten-Backform füllen und bei mittlerer Temperatur 3 Stunden backen.
Der Teig darf nicht ganz durchbacken, sondern soll im Inneren des Brotlaibs
plastisch bleiben. In einem 10 Liter-Gärgefäß wird das Braubrot nun
mit vier Litern Wasser eingeweicht (von dieser Würze bitte einen halben
Liter kochen und dann zurückstellen). Anschließend gibt man den gärenden
Dattelsaft hinzu. Das Ganze bei Zimmertemperatur drei Tage gären lassen.
Das fertige Bier vorsichtig in Bügelflaschen umfüllen, die Flaschen
mit dem Würzerest auffüllen. Dies sorgt für eine so genannte Flaschengärung
und damit für eine Anreicherung von Kohlensäure. Die Flaschen kühl lagern.
Das Ergebnis schmeckt für ein Bier ungewohnt fruchtig (fast weinartig).
Der Kohlensäuregehalt und die Schaumbildung sind etwas unbefriedigend.
Bier weltweit
Wer heute in Kneipe oder Restaurant einfach nur "Bier " bestellt, erlebt
nicht selten eine Überraschung. Ob Pils, Alt, Kölsch, Märzen, Weizen,
Bock oder Berliner Weiße - rund 20 verschiedene Sorten weist allein
der deutsche Biermarkt auf. Auch innerhalb einer Sorte schmeckt jede
Marke anders. Das sind allein bei uns - im Biertrinkerland Nr. 1 - mehr
als 5.000. Weltweit, so schätzen Sammler, gibt es über 12.000 Biere
- genaue Zahlen sind nicht bekannt. Das mag daran liegen, dass auf keinem
der fünf Kontinente so genau definiert ist, was man unter Bier zu verstehen
hat. Einzige Ausnahme: Deutschland. Bei uns gilt seit fast 500 Jahren
das deutsche Reinheitsgebot. Bier darf demnach auschließlich aus Malz,
Hopfen, Hefe und Wasser gebraut werden. Bierherstellung weltweit beruht
auf Vergärung von Getreide. Das ist in den nordeuropäischen Ländern
Gerste oder Weizen. In Mittel- und Südamerika wird Bier aber auch aus
Mais gebraut, in Asien aus Reis, in Afrika aus Hirse. Mancherorts braut
man Bier traditionell aber auch aus anderen Rohstoffen: Maniokknollen,
Ginsengwurzeln, Kokosmilch, Bananen. Schier unüberschaubar wird die
weltweite Biervielfalt, lenkt man sein Augenmerk auf die Biergewürze.
Bei uns in Deutschland wird ausschließlich Hopfen verwendet. Weitere
Zutaten machen Bier zu einem kennzeichnungspflichtigem Biermischgetränk.
Im Ausland sind der Kreativität der Bierbrauer dagegen kaum Grenzen
gesetzt: Hanfbier aus der Schweiz, Heidekrautbier aus Schottland, Chillibier
aus Arizona, Biere mit Schokoladengeschmack, belgische Fruchtbiere,
französisches Liebesbier mit potenzfördernden Kräutern, Bier mit Austernextrakt,
finnisches Wachholderbier - die Liste ließe sich beliebig verlängern.
Einen Versuch, zumindest die klassisch gebrauten Biere zu klassifizieren,
hat Michael Jackson unternommen. Der international renomierte Bier-Jäger
unterscheidet 41 Bierstile, vergleichbar denen von Wein. Die von ihm
beschriebenen Bierfamilien: Lambic, Weizenbier, Ale und Alt, Porter
und Stout, Lager und Spezialbiere. Kölsch, Alt, Pils & Co - was ist
was? Bei uns in Deutschland ist der Biermarkt ziemlich übersichtlich
- im Vergleich zu den oft exotischen Angeboten im Ausland. Zwar schwört
jede Brauerei darauf, ein sehr spezielles, unverwechselbares Bier zu
brauen. Doch die Unterschiede waren früher sicherlich sehr viel größer.
Heute gibt es fast nur noch so genannte "Vollbiere". Das bedeutet, dass
diese Biere mit einer bestimmten Malzmenge bzw. mit einer bestimmten
Menge vergärbarer Zucker hergestellt werden und so auf einen Alkoholgehalt
zwischen 3 und 5 % Prozent kommen. Daneben gibt es Starkbiere mit höheren
Alkoholgehalten (z.B. Doppelbock). Wichtig für den Unterscheidung und
den Charakter der Biere sind die Eigenschaften der Hefe. Die obergärige
Hefe ist die ältere Hefeform und heißt so, weil sie im Verlauf der Gärung
nach oben getragen wird. Das liegt daran, dass die Hefezellen bei der
Vermehrung miteinander verbunden bleiben und verzweigte Ketten bilden.
In diesen Ketten verfangen sich die aufsteigenden Kohlendioxid-Bläschen
und treiben die Hefeketten nach oben. Die untergärige Hefe verhält sich
anders: Hier vereinzeln die Zellen und sinken im Verlauf der Gärung
zu Boden. Die untergärigen Biere werden traditionell bei niedrigen
Gärtemperaturen (bis 10 Grad) hergestellt, die obergärigen verlangen
höhere Gärtemperaturen bis 25 Grad. Die Brauer sagen, dass die obergärige
Hefe wegen der höheren Temperaturen mehr Geschmacksstoffe vor allem
mit fruchtiger Note bildeten, während das untergärige Bier nach einer
längeren Lagerzeit ein feineres Aroma habe und für eine stärkere Hopfung
geeignet sei. Wie auch immer - in Deutschland gibt es nicht die Anhänger
von untergärigem und obergärigem Bier, sondern von Pils oder Kölsch
oder Alt oder Weizenbier. Pils ist ein helles untergäriges Bier mit
feinem, hopfenbetontem Aroma. Kölsch ist ein helles obergäriges und
darf nur in Köln gebraut werden. Altbier (Düsseldorf und Niederrhein)
ist ebenfalls obergärig, wegen der verwendeten dunklen Malzanteile ebenfalls
von dunkler Farbe. Weizenbier wird nicht aus Gersten-, sondern aus Weizenmalz
hergestellt und ist obergärig. Berliner Weißbier (obergärig) darf
nur in Berlin hergestellt werden. Es ist kein Voll-, sondern ein
leichteres Schankbier. Ein Teil des Zuckers wird zu Milchsäure vergoren.
Es wird gerne mit Himbeer- oder Waldmeistersirup gesüßt. Malzbier (obergärig)
enthält neben den Kohlehydraten aus dem Malz auch Zuckerszusatz und
wird kurz angegoren, enthält also auch Alkohol bis 1,5%. Wie macht
man Bier? Die wichtigsten Stationen der Bierherstellung: Links ein Gemisch
von Malz und Wasser ("Maische"), in der Mitte die "Würze", die mit Hopfen
gekocht wird, und rechts das mit Hefe beimpfte gärende "Jungbier"; Bierbrauen
ist eine uralte Fertigkeit, und sie ist über die ganze Welt verbreitet:
In Südamerika gibt es ein Maisbier, in Japan Reisbier, Hirsebier in
Teilen des afrikanischen Kontinents und in Deutschland wird Bier seit
Jahrtausenden aus der Gerste gebraut. Grundsätzlich startet man immer
mit einem Getreide, denn aus der darin enthaltenen Stärke entsteht über
die Gärtätigkeit einer Hefe der Alkohol. Wichtig dabei ist der Umweg
von der Stärke über den Zucker zum Alkohol. Stärke besteht aus aneinandergeketteten
Zuckerbausteinen. Aber erst wenn man den in Stärke verpackten Zucker
für die Hefe zugänglich macht, dann kommt ein Gärungsprozess in Gang.
Zucker ist die Nahrung der Hefe, und die macht dann daraus Alkohol und
Kohlendioxyd (sowie eine Vielzahl von Geschmacksstoffen). Es gibt sogar
eine Parallele zwischen Bier und Brotproduktion: Bei beiden bringt man
Getreide und Hefe zusammen. Auch der Brotteig beginnt zu gären - nur
nutzt man hier das freigesetzte Kohlendioxyd als Treibmittel, der Alkohol
entweicht beim Backen. Der Zuckeranteil im Teig ist allerdings nicht
sonderlich hoch, so dass der Alkoholgehalt selbst eines ausgegorenen
Teigs bescheiden wäre. Der Trick beim Bierbrauen besteht darin, vor
dem Gärprozess möglichst viel Stärke in Zucker umzuwandeln. Die
Stärke im Getreidekorn wird auf ganz natürliche Weise durch Enzyme in
Zucker umgewandelt - und zwar genau dann, wenn das Frühjahr beginnt
und das Korn keimt. Die Pflanze braucht nämlich beim Wachsen Zucker
als Energielieferant. Die Bierbrauer täuschen dem Korn nun das Frühjahr
vor: Mit Wärme und Feuchtigkeit. Das Korn bereitet sich darauf vor,
für das Wachstum der Pflanze Stärke in Zucker umzuwandeln - das passiert
beim so genannten Mälzen. In der Mälzerei wird die Gerste zum Keimen
gebracht. Im Korn selbst tut sich dabei entscheidendes: Der so genannte
Mehlkörper, der die Stärke enthält, ist durch die Arbeit der Enzyme
beim Keimen weich geworden, die Zellwände sind durchlöchert und der
Abbau der Stärke hat begonnen. In diesem Stadium wird die Keimung durch
einen Trocknungsprozess wieder gestoppt. Und das Produkt nennt man dann
Gerstenmalz. Es schmeckt schon ein bisschen süßlich. Und mit dem Malz
beginnt jetzt das eigentliche Bierbrauen. Der erste Schritt ist die
so genannte Maische. Das ist nichts anderes als gemahlenes Malz mit
Wasser vermischt. Aber beim Maischen geschieht etwas sehr wichtiges:
Wenn man die Maische erwärmt, dann beginnen die beim Mälzen gebildeten
Enzyme zu arbeiten: Sie verwandeln die Stärke in Zucker. Und das ist
letztlich das, was für die Hefegärung und für die Produktion von Alkohol
gebraucht wird. Wenn man die festen Bestandteile der Maische abtrennt
- also z.B. die Spelzen - dann kommt man zur so genannten Würze. Und
die abgekühlte Würze wird nun mit der Bierhefe beimpft - die Gärung
beginnt. Nach ungefähr einer Woche hat die Hefe den größten Teil des
Zuckers umgesetzt. Das Produkt, das dabei entsteht, wird noch einige
Zeit "nachvergoren" und ist nach einer Filtration fertig für die Abfüllung.
Alkohol ist ein Konservierungsmittel - Bier ist somit haltbar und immer
noch ziemlich nahrhaft. Wenn Sie auf Zechtour gehen und z.B. 2
Liter Bier wegstecken, dann entspricht das immerhin einer Menge von
zehn Brötchen. Das Bier der Pharaonen. Eine britische Forscherin
von der Universität Cambridge hat anhand archäologischen Fundstücken
nachgewiesen, wie die alten Ägypter Bier brauten. Demnach kannte man
bereits vor rund 3500 Jahren das Prinzip des Mälzens und Maischens.
Als Ausgangsbasis für ihre Untersuchungen dienten der Altertumsbiologin
Delwen Samuel Rückstände aus Trink- und Braugefäßen. Das antike Brauequipment
fanden britische Archäologen vor sechs Jahren bei Ausgrabungen am Nil
in der Gegend von Armana und Deir el-Medina. Im trockenen Wüstenklima
Mittelägyptens hatten eingetrocknete Bierreste die Jahrtausende so gut
überstanden, dass die Wissenschaftlerin sie licht- und elektronenmikroskopisch
untersuchen konnte.Samuel konzentrierte sich bei ihrer Untersuchung
auf die im Getreide enthaltenen Stärke. Von der modernen Getreideforschung
weiß man, dass sich die mikroskopische Struktur der Stärkekörnchen entsprechend
dem Prozess der Getreidebehandlung verändert. Diese Erkenntnisse lieferten
der Altertumsbiologin den Schlüssel für die Analyse des antiken Brauverfahrens.
So hinterlässt beispielsweise das Mälzen, also die enzymatische Umwandlung
von Stärke in Zucker, typische Spuren: Unter dem Rasterelektronen-Mikroskop
sind kraterähnliche Vertiefungen auf der Oberfläche der Stärkekörnchen
zu sehen. Erhitzt man Stärke in Wasser - in der heutigen Brauersprache
Maischen genannt - schwellen die Körnchen an und verschmelzen miteinander.
Auch solche Strukturen fand Samuel in den 3500 Jahre alten Bierresten.
Offenbar hatten schon die alten Ägypter erkannt, dass vermälztes Getreide
bei der Bierherstellung von Vorteil ist, liefert es doch mehr Zucker
für den Gärprozess.Bisher hatten Forscher geglaubt, das Nationalgetränk
der Urägypter sei aus vergorenen Brotstücken entstanden. Diese Theorie
entwickelten sie aus der Interpretation von Grabbeigaben und Wandmalereien.
Ganz sicher spielte Bier eine große Rolle im Alltag der Pyramidenbauer:
Für Bier und den Bierbrauer gab es eigene Hieroglyphen.
Biere,
die man mit obergärigen Hefen herstellt (d. h. die Hefe schwimmt auf
der gärenden Würze), werden obergärige Biere (englisch Ale), diejenigen
mit untergärigen, am Boden der Würze wirkenden Hefen untergärige Biere
(englisch Lager) genannt. Die obergärigen Sorten fermentieren bei etwa
15 bis 25 °C relativ schnell und können bereits wenige Tage nach Ende
der Gärung gezapft werden. Untergärige Sorten hingegen fermentieren
langsamer bei 5 bis 9 °C und müssen noch bei etwa 0 °C zwischen drei
Wochen und drei Monaten gelagert werden (daher die englische Bezeichnung).
Obergäriges Bier wird mit 12 bis 18 °C wärmer serviert als untergäriges
Bier (7 bis 10 °C). Obergärige Biere gab es bereits mehrere Jahrhunderte
vor den untergärigen Bieren. Ungeachtet dessen stellen die milderen
untergärigen Biere heute weltweit den überwiegenden Biertyp dar, während
andere Biersorten mit einem kräftigeren Geschmack kleinere Marktanteile
besitzen. Zu diesen Sorten gehören die halbdunklen, obergärigen Biere
(englisch Bitters) mit einem kräftigen Hopfengeschmack, das India Pale
Ale, eine in Großbritannien und bei amerikanischen regionalen Brauereien
verwendete Bezeichnung für ein sehr kräftiges, alkoholreiches Bier,
Mild Ale, ein mildwürziges, dunkles Bier mit einem geringen Alkoholgehalt
(etwa drei Prozent), Stout, ein Dunkelbier aus stark geröstetem Malz,
ist manchmal süßlich mit geringem Alkoholgehalt, häufiger aber trocken
und bitter mit vier bis zehn Prozent Alkohol, Porter, ein leichtes Stout,
Scotch Ale, ein vorwiegend malziges, gelegentlich süßes, obergäriges
Bier mit nur wenig Hopfen gebraut, und Barley Wine, ein sehr starkes,
obergäriges Bier, das meist in Flaschen verkauft wird. Cask Ale oder
Real Ale sind englische Bezeichnungen für Biere, die auf dem Hefesatz
einer zweiten Gärung oder Reifung unterzogen werden. Sie werden direkt
vom Bodensatz gezapft. Trappisten-Biere sind starke, obergärige Biere,
die in einem der sechs Trappistenklöster gebraut werden. Fünf der Klöster
liegen in Belgien und eines in Holland. Das Bier wird oft mit Resten
von Zucker und Hefe abgefüllt, so dass in den Flaschen eine Nachgärung
stattfinden kann (dieser Vorgang der Flaschengärung wird auch bei anderen
Biersorten, besonders in Belgien und Frankreich verwendet). Altbier
ist in Deutschland ein bekanntes obergäriges Bier. Als Bockbier wird
ein starkes, oft dunkles, untergäriges Bier bezeichnet, Doppelbock ist
noch stärker. Rauchbier wird mit geräuchertem Malz hergestellt. Einige
Biere sind nach den Städten benannt, in denen sie ursprünglich hergestellt
wurden. Das bekannteste ist das Pilsener oder Pils aus Pilsen in der
Tschechischen Republik, ein goldfarbenes, untergäriges Bier mit einem
kräftigen Hopfengeschmack und einem trockenen Finish. Das bayrische
Münchener steht für ein dunkles, untergäriges Bier und das Wiener für
ein bernsteinfarbenes, untergäriges Bier. Das Burton Ale (aus Burton-upon-Trent
in Staffordshire, England) war der Vorläufer des modernen kräftigen
English Bitter (ursprünglich Pale Ale genannt). Sein Geschmack wurde
durch das gipshaltige Wasser der Stadt geprägt.
(Quelle
Quarks & Co)